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Premium SMS

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Premium SMS wird von vielen Diensten eingesetzt, um Dienstleistungen im Internet abzurechnen. Doch auch Betrüger setzen auf Premium SMS. Computerbetrug.de zeigt die Chancen und Risiken.   Gordon Bussiek/Fotolia.com

Premium SMS wird von immer mehr Anbietern eingesetzt, um Dienstleistungen im Internet oder in den Medien abzurechnen. Doch das praktische Zahlungsmittel hat auch Risiken. Denn auch Abzocker haben die Abrechnung per Handy und Premium SMS für sich entdeckt. Im Gegensatz zu seriösen Anbietern nutzen sie diesen Service, um arglosen Verbrauchern das Geld aus der Tasche zu ziehen – etwa im fragwürdigen SMS Chat oder mit teuren SMS Abos. Lesen Sie hier mehr über Kosten, Anbieter, Gefahren und Schutz vor dubiosen Diensten.

Premium-SMS: Was ist das?

Premium-SMS sind Kurznummern, über die man per Handy kostenpflichtige Dienste bestellen, nutzen und bezahlen kann. Damit wurde im Jahr 2002 das System der 0190- und 0900-Mehrwertdienste auf das Mobiltelefon übertragen. Heute ist Premium SMS eines der wichtigsten Abrechnungsmittel im sogenannten Mobile Payment („mobile Bezahlung“) überhaupt. Fachleute gehen davon aus, dass die mobile Bezahlung in den kommenden Jahren weiter boomen wird.

Premium-SMS-Nummern sind in Deutschland fünfstellig und reichen von 11111 bis 99999. In den meisten Fällen beginnen sie derzeit mit einer 7 oder 8. Die bei der Nutzung anfallenden Kosten sind nicht an der Nummer erkennbar.

Premium SMS: So funktionieren sie

Um einen Premium SMS-Service zu nutzen, verschickt der Kunde über sein Mobiltelefon eine Kurznachricht mit einem bestimmten Wortlaut an die vom Anbieter vorgegebene Premium SMS-Nummer. In vielen Fällen muss der Kunde in seiner SMS auch ein bestimmtes Kennwort („keyword“) nennen um deutlich zu machen, welchen Dienst er konkret in Anspruch nehmen will. Die Abrechnung erfolgt dann über die Handy-Rechnung.

Was ist Premium MMS?

Premium MMS (MMS steht für Multimedia Messaging Service) ist der Versand von Multimedia-Inhalten wie Bildern oder kurzen Videos über hochtarifierte Kurzwahlnummern. Das Prinzip funktioniert also ähnlich wie Premium SMS – mit dem Unterschied, dass nicht (nur) Text, sondern ein Bild oder ein Film an die fünfstellige Premium-Nummern geschickt wird.

Wer verdient wie bei Premium SMS?

System und Wertschöpfungskette bei Premium-SMS und Premium MMS erinnern an das Prinzip der früheren 0190-Nummern. So gibt es auch bei den hochtarifierten Kurznachrichten mehrere „Mitverdienern“: den Netzbetreiber, den Bezahlungsanbieter  und letztlich die einzelnen Diensteanbieter. Die Hauptrolle bei diesem System spielen die Provider. Sie haben in der Regel feste Rahmenverträge mit den Netzbetreibern abgeschlossen und eine Reihe von Premium-SMS-Nummern erworben.

Weil Einrichtung und technischer Unterhalt solcher Kurzwahlnummern sehr teuer sind, vermieten die Anbieter ihre Nummern häufig unter. Hier kommen dann die so genannten Keywords ins Spiel. Anhand des Stichworts, das der Kunde beim Versand einer Nachricht an den Anfang stellt, ist ersichtlich, welchen „Untermieter“ der Nummer er eigentlich meint, sprich: welchen Service er nutzen möchte. Der Provider sorgt dann – gegen einen entsprechende Anteil der Gebühren – dafür, dass die Kurznachricht an den  Diensteanbieter weitergeleitet wird. Abgerechnet wird letztlich auch hier über die normale Handyrechnung des Kunden.

Abrechnung bei Premium SMS

Die Abrechnung beim System Premium-SMS oder Premium MMS kann auf zwei Wege geschehen. Erfolgt die Berechnung, wenn der Kunde von seinem Handy aus eine Kurznachricht an den Diensteanbieter verschickt, spricht man vom so genannten „Mobile Originated-Billing“ (MO-Billing). Angewendet wird dieses Prinzip zum Beispiel bei

  • Bestellung von Handylogos, Klingeltönen und Handyspielen
  • Kostenpflichtigen Chats und Flirtlines
  • Abstimmungen, etwa in Fernsehsendungen, Radio oder Tageszeitung
  • Gewinnspielen
  • im Erotikbereich

Beim zweiten Abrechnungsmodell spricht man von „Mobile Terminated Billing“ (MT-Billing). Dabei wird jede Kurznachricht berechnet, die vom Diensteanbieter an den Kunden geschickt wird. Dieses System findet Anwendung etwa bei

  • Abo-Diensten
  • Nachrichtendiensten
  • Alerts (etwa Ergebnisdienste im Sport)
  • Mail-Notifys (SMS-Benachrichtigung, dass eine neue eMail/Nachricht auf dem Anrufbeantworter eingegangen ist)
  • Horoskopdiensten mit täglich wiederkehrendem Versand

Premium-SMS Services werden in den unterschiedlichsten Medien beworben, etwa auf Webseiten, per eMail, in Zeitungen und (Jugend-)Zeitschriften, in Kleinanzeigen, Videotext, TV-Sendungen und Werbespots, sowie per SMS selbst.

Premium SMS: Vorteile und Nachteile

Premium-SMS bietet Anbieter und Kunde eine ganze Reihe von Vorteilen. So eignet es sich gut zur Begleichung kleinerer Geldbeträge (Micropayment). Es ist praktisch, da abgesehen von der Rechnungsstellung kein weiterer Aufwand (etwa Versand von Kontodaten) nötig ist, und weil es jederzeit, überall und spontan einsetzbar ist. Sofern der Kunde im Vorfeld klar und deutlich über die anfallenden Kosten informiert wird, besteht auch Transparenz, weil die Kosten pauschal und damit zeitunabhängig anfallen.

Zur Kostenfalle kann Premium SMS oder Premium MMS vor allem dann werden, wenn mit dem Service Abonnements –  also Verträge über regelmäßig wiederkehrende Abbuchungen – verbunden sind. Auch wenn teure Kurznachrichten für SMS-Chats verwendet werden – womöglich ohne eine klare und transparente Kosteninformation – kann der Spaß sehr schnell sehr teuer werden. Vor allem Singles und Jugendliche sind damit in Gefahr, über Premium SMS abgezockt zu werden.

 

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