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Abofallen im Internet: Staatsanwaltschaft klagt Bande wegen Betrugs an

Abofallen im Internet

Wegen Betrugs mit Abofallen im Internet sind in Hamburg acht Menschen angeklagt. Symbolbild: Marc Roche /Fotolia

Weil sie mit Abofallen im Internet über fünf Millionen Euro erbeutet haben sollen, müssen sich acht Verdächtige  ab 31. Oktober vor Gericht verantworten. Die Bande setzte dabei auf einen Trick, vor dem Computerbetrug.de schon seit Jahren warnt.

Den Ermittlungen zufolge hatten die Verdächtigen – sieben Männer und eine Frau im Alter zwischen 24 und 36 Jahren – Internetseiten ins Netz gestellt, auf denen man scheinbar kostenlose Software herunterladen konnte. Wer sich dann mit seinen Daten anmeldete, erhielt wenig später eine Rechnung. Begründung: Er habe sich für einen kostenpflichtigen Dienst angemeldet.

Bei ihrer Abzocke setzte die Bande laut Staatsanwaltschaft auf einen Trick: Sie arbeite mit verschiedenen Internetseiten, auf denen mal der Preis deutlich angezeigt wurde, mal gar nicht vorhanden war.  Auf den Registrierungsseiten, auf denen man bei der Suche nach kostenlosen Programmen landete, war so von einer Kostenpflicht nichts zu sehen.  Später, wenn es es um die Bezahlung ging und Geld gefordert wurde, bekamen die Opfer die Seiten mit Preis vorgehalten.

Mit ihrer Masche sollen die Beschuldigten laut Staatsanwaltschaft Hamburg rund 70.000 Internetnutzer um etwa 5,3 Millionen Euro gebracht haben. Wer die Forderungen der Bande nicht zahlte, wurde von einem Hamburger Rechtsanwalt mit Inkassoschreiben unter Druck gesetzt, berichten die Ermittler weiter.

Der Prozess vor dem Landgericht Hamburg soll am 31. Oktober beginnen und ist auf 20 Verhandlungstage angesetzt. Den Tätern drohen Geld- oder Freiheitsstrafen. Was mit den Anwalt passiert, der die mutmaßliche Bande durch sein Inkasso unterstützte, ist nicht bekannt.

Der Trick, bei Abofallen im Internet mit verschiedenen Seiten und Preisanzeigen zu arbeiten, ist seit langem bekannt und dokumentiert. Bereits 2009 etwa wurde im Forum von Computerbetrug.de anhand der Seite load-tipp.de gezeigt, wie dabei gearbeitet wird.

Rund 1,3 Millionen Euro wurden auf den Kosten der mutmaßlichen Täter beschlagnahmt. Einer beiden Haupttäter sitzt noch in Untersuchungshaft, sein mutmaßlicher Komplize habe bereits ein umfassendes Geständnis abgelegt. hieß es.

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