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Drittanbietersperre: Schutz gegen teure Handy-Abos

Drittanbietersperre: Was etwas sperrig klingt, ist in Wirklichkeit die beste Möglichkeit, sich bei O2, Vodafone, Telekom, E-Plus, Congstar und anderen Mobilfunk-Providern gegen teure Abos in Handy und Smartphone zu schützen. Lesen Sie hier, wie die Sperre von Drittanbietern im Mobilfunk funktioniert.

Drittanbietersperre einrichten: So geht es. Bild: lassedesignen/fotolia.com

Mit der Drittanbietersperre wird verhindert, dass man selbst – oder zum Beispiel die eigenen Kinder – bei der Nutzung von Handy und Smartphone in einer teuren Abofalle landet. Denn alle zusätzlichen Dienste, die neben dem eigentlichen Mobilfunkvertrag Geld kosten, sind vom Zeitpunkt der Sperrung an gesperrt – und hohe Handyrechnungen durch ein versehentlich abgeschlossenes Abo Vergangenheit.

Um gegen hohe Handyrechnungen durch Drittanbieter geschützt zu sein, genügt es, sich die Sperre von seinem Mobilfunkanbieter einrichten zu lassen. Dazu sind Telekom, Vodafone, O2, E-Plus und Andere seit dem Jahr 2012 rechtlich verpflichtet sind.

Wie das Einrichten der Drittanbietersperre funktioniert, haben wir hier für Sie zusammengefasst. Weiter unten auf dieser Seite finden Sie auch die direkten Links zur Drittanbietersperre bei den wichtigsten Providern.

Was ist eine Drittanbietersperre?

Über Handys und Smartphones kann man nicht nur telefonieren und SMS verschicken, sondern auch diverse Dienste nutzen, die von anderen Firmen – eben jenseits des Mobilfunkanbieters – betrieben werden: Premium SMS zum Beispiel, Handy-Spiele, oder kostenpflichtige Abos. Diese können sehr schnell sehr teuer werden. 

Um Verbraucher gegen diese hohen Kosten zu schützen, gilt in Deutschland seit Mai 2012 die Drittanbietersperre.  Die Mobilfunkanbieter müssen auf Antrag ihrer Kunden eine Sperre für die Leistungen von Fremdanbietern einrichten.

Was kostet eine Drittanbietersperre im Handy?

Nichts. Die Sperre durch den Mobilfunkprovider muss kostenlos erfolgen. Lediglich die erneute Freischaltung nach einer Sperrung darf etwas kosten.

Welche Dienste kann ich sperren lassen?

Die Sperrung gilt für alle Mehrwertdienste von anderen Anbietern. Dazu gehören etwa WAP Billing, Premium SMS, kostenpflichtige Browserspiele, die über das Handy gekauft werden, Abo-Dienste, die per Mobilfunkvertrag kassiert werden, aber auch echte Kostenfallen. Eine bekannte Gefahr sind um Beispiel Abos, die hinter Werbebannern in eigentlich kostenlosen Handy-Apps lauern. Oft reicht hier schon ein einziger Klick auf das Banner, um das Handy zu einem sogenannten Wap-Dienst zu lenken. Dort ist der unerfahrene Nutzer der Abzocke durch unseriöse Dienste-Anbieter schutzlos ausgeliefert.

Immer wieder ein Ärgernis sind auch die sogenannten InApp-Käufe: Vor allem Spieleanbieter ködern junge Kunden mit zunächst kostenlos erhältlichen Spielen. Will man in diesen Spielen aber besonders erfolgreich sein, muss man Zusatzleistungen (Waffen, Fähigkeiten des Spielcharakters etc.) kaufen. Dies wird dann über die Mobilfunkrechnung abkasisert.  

Wo und wie ist die Sperrung rechtlich geregelt?

Die Drittanbietersperre ist ein Teil des Telekommunikationsgesetzes (TKG). Dieses wurde mit Wirkung zum 10. Mai 2012 novelliert. Konkret steht die Regelung in § 45d TKG und lautet:

„(3) Der Teilnehmer kann von dem Anbieter öffentlich zugänglicher Mobilfunkdienste und von dem Anbieter des Anschlusses an das öffentliche Mobilfunknetz verlangen, dass die Identifizierung seines Mobilfunkanschlusses zur Inanspruchnahme und Abrechnung einer neben der Verbindung erbrachten Leistung unentgeltlich netzseitig gesperrt wird.“

Welche Nachteile hat die Drittanbietersperre nach TKG?

Ist die Sperrung einmal beantragt und aktiv, können sie über Ihr Handy keinerlei Abos mehr abschließen – egal ob für Spiele, Klingeltöne, Nachrichtendienste oder Sportticker. Andererseits kann man die Sperrung aber auch problemlos wieder aufheben lassen.

Wie kann ich die Drittanbietersperre für mein Handy aktivieren?

Ganz einfach: Rufen Sie die Hotline Ihres Mobilfunkbetreibers an und verlangen Sie, Ihren Mobilfunk-Anschluss für die Abrechnung durch Drittanbieter zu sperren:

Drittanbietersperre bei 1&1:

1&1-Kunden, die die Nutzung von teuren Drittanbietern sperren lassen möchten, können dies über das Control-Ceter von 1&1 tun. Wer einen 1&1 Mobilfunktarif im E-Netz nutzt, muss über die Kontaktseite des Anbieters gehen.

Drittanbietersperre bei Base/E-PLus

Nach der Anmeldung mit Rufnummer und Passwort auf der Seite Mein BASE haben Kunden die Möglichkeit eine Sperre einzurichten. Die Sperrung oder Entsperrung der Drittanbieter-Dienste erfolgt  komplett für alle Apps in den Servicekategorien Information & Unterhaltung, Tickets & Eintrittskarten, Spenden, Erotik-Inhalte, App-Stores & Software.

Drittanbietersperre bei Congstar

Bei congstar kann man die Drittanbietersperre über das Serviceteam einrichten lassen. Dazu bittet der Anbieter, anzurufen oder per Chat Kontakt aufzunehmen. „Damit wir dir schnell helfen können, halte bitte deine Kundennummer oder die Vertragsnummer oder die SIM-Kartennummer bereit“, heißt es beim Anbieter

Drittanbietersperre bei der Telekom/T-Mobile:

Je nachdem, was sie nutzen möchten, stehen Telekom-Kunden verschiedene Sperrmöglichkeiten zur Verfügung. Sie können eine, zwei oder auch alle Kategorien sperren lassen:
1. Sperre von Business-Diensten: Börsenkurse, Nachrichten aller Art, Wetter, Sport, Ticketing Programme und vieles mehr.
2. Sperre von Consumer-Diensten: Spiele, Chats etc.
3. Sperre von 16+ bzw. Adult-Inhalten: beispielsweise erotische Angebote aller Art.

Wenn sie eine solche Sperre wünschen, rufen Telekom-Kunden von Ihrem Handy aus unter der Kurzwahl 2202 an. Dort können sie die Sperre auch jederzeit wieder herausnehmen lassen.

Drittanbietersperre bei Vodafone:

Vodafone-Kunden finden eine Übersicht Ihrer Einzelkäufe oder Abos auf der Webseite www.vodafone.de in MeinVodafone > MeinMobilfunk > Abos & Käufe > Mobiles Bezahlen > Transaktionen. Die Drittanbietersperrung ist per Fax (Vordruck hier) oder per Anruf bei der Hotline möglich.

Drittanbietersperre bei O2

Bei O2 können kostenpflichtige Premiumdienste per Handy oder Smartphone komplett oder teilweise gesperrt werden. Dieser Service ist kostenlos und je nach Bedarf in drei Sperrprofilen zubuchbar. Bei der „Komplettsperre aller Drittanbieter“ sind alle Drittanbieterdienste und alle O2 Dienste gesperrt.  Bei der „Drittanbietersperre exkl. O2 Dienste“ werden alle Drittanbieterdienste gesperrt, O2 Dienste bleiben aber weiterhin verfügbar. Bei der  „Drittanbietersperre exkl. O2 Dienste und exkl. mpass3“ bleiben O2-Dienste und Dienste von Drittanbietern der Kategorie „digitale und virtuelle Güter“ weiter bezahlbar. O2 nennt hier als Beispiele „online Publishing (Stiftung Warentest Artikel im Web), Facebook credits oder andere virtuelle Währungen für Spiele (z.B. FarmVille Cash), Handy Parken etc.“ Die Sperrung wird über die Kunden-Hotline oder das Kontaktformular abgewickelt.

 

 

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