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Fake-Shops: Das sind die neuen Tricks der Betrüger

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Unter der Adresse richtertech.de fand sich vor Weihnachten ein klassischer Fake-Shop: Ein professionell agierender Betrüger brachte arglose Menschen mit gefälschten Angeboten um ihr Geld. Vieles deutet darauf hin, dass der Täter auch 2016 weiter aktiv ist.

Fake-Shops, also betrügerische Online-Shops, haben in den Wochen vor Weihnachten ungezählte Menschen Geld gekostet. Noch schlimmer: Die Welle der Betrügereien reißt zum Jahresbeginn nicht ab – im Gegenteil: Die kriminellen Täter gehen noch raffinierter vor.

Ob www.nrw-elektronik.com, richtertech.de oder bayern-hardware.com: In den Wochen vor Weihnachten haben jede Menge offensichtlich betrügerische Online-Shops Verbraucher und Verbraucherschützer in Atem gehalten. Die Masche war immer gleich: Die unbekannten Täter stellten sehr professionell aussehende Seiten ins Netz, auf denen sie sehr günstige Elektronikartikel anboten. Wer bestellte und gegen Vorkasse bezahlte, war der Dumme: Ware sah er nie, das Geld bekamen nur die Wenigsten zurück.

Wenn der Schwindel aufflog oder genügend Opfer um ihr Geld gebracht waren, schlossen die Täter ihre anonym registrierten Seiten und verschwanden auf Nimmerwiedersehen. Auf die Spur kam man ihnen in vielen Fällen nicht – die Daten im Impressum waren in der Regel gefälscht, die Bankkonten, auf denen die Bezahlungen eingingen, gehörten Mittelsmännern.

Wer nun aber glaubte, die Kriminellen hätten es vor allem auf das Weihnachtsgeschäft abgesehen, täuscht sich. Denn auch im neuen Jahr sorgen dubiose Online-Shops in den Verbraucherforen wieder für jede Menge Arbeit. Das liegt auch daran, dass die Kriminellen immer raffinierter vorgehen und ihre Fake-Shops sehr geschickt tarnen.

Weit verbreitet ist dabei neuerdings die Masche, dass die Täter ihrer Betrugs-Seiten nicht einfach mit falschen Daten im Impressum ausstatten. Stattdessen verwenden sie Namen und Daten tatsächlich existierender Firmen, die aber selbst nicht im Internet agieren.

Für die Täter hat das zwei Vorteile: Die Firmen, deren Identität sie missbrauchen, bemerken die Tat nicht so schnell. Und für Verbraucher ist es schwerer, den Schwindel zu bemerken. Denn eine flüchtige Online-Recherche ergibt allenfalls, dass es die Firmennamen tatsächlich gibt – und dass diese zuvor nicht negativ aufgefallen sind.

Wer nicht auf einen Fake-Shop hereinfallen will, muss also ganz genau hinsehen – und auf alarmierende Anzeichen achten:

  • Sind die Preise der Artikel außergewöhnlich günstig und unterbieten sämtliche Angebote der Mitbewerber? Vorsicht!
  • Finger weg, wenn Sie lediglich per Vorkasse zahlen können!
  • Geld soll bei Überweisungen auf ausländischen Konten laden
  • Die Gütesiegel – etwa TrustedShops – sind gefälscht. Nachprüfbar ist das auf den Seiten der Herausgeber der Gütesiegel, etwa bei TrustedShops hier.

Wenn man auf einen Fake-Shop hereingefallen ist, gilt es schnell zu sein. Man muss umgehend seine Bank informieren und hoffen, das Geld noch zurückholen zu können. Nächster Ansprechpartner ist die Empfängerbank – kein Geldhaus hat großes Interesse daran, für Kriminelle ihr schmutziges Geschäft abzuwickeln. Sehr wichtig ist auch die Strafanzeige bei der Kripo.