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Polizei fasst Betreiber von betrügerischen Online-Shops – und sucht jetzt Opfer

Mit Fakeshops im Internet sollen zwei BErliner hunderte Menschen um ihr Geld gebracht haben. Bild: archive.org/Computerbetrug.de

Mit Fakeshops im Internet sollen zwei Berliner hunderte Menschen um ihr Geld gebracht haben. Bild: archive.org/Computerbetrug.de

Polizei und Staatsanwaltschaft haben zwei mutmaßliche Betrüger gefasst, die mit sogenannten Fake-Shops, also Scheinfirmen im Internet, hunderte Menschen um ihr Geld gebracht haben sollen. Das Problem: Längst nicht alle Taten wurden angezeigt. Darum suchen die Fahnder jetzt die Opfer.

Die Beschuldigten hatten den Ermittlungen zufolge seit Ende 2012 Onlineshops ins Internet gestellt, in denen sie neben hochwertigen Kaffeevollautomaten, Elektronikartikeln und Motorrollern zuletzt auch Spielekonsolen und Smartphones zu scheinbar konkurrenzlos günstigen Preisen anboten.

Wenn die Kunden bestellten, erfuhren sie, dass die Lieferung nur gegen Vorkasse möglich sei. Hunderte Internetnutzer bestellten trotzdem. „Es sind mindestens 663 Überweisungen von Geschädigten bekannt geworden, nicht selten über mehrere Hundert Euro. Die Ware wurde in keinem einzigen Fall geliefert“, so Kripo und Staatsanwaltschaft Göttingen. Die Beute der Betrüger: rund 214.000 Euro.

Weil die Täter sich geschickt tarnten, waren die Ermittlungen sehr aufwendig. „Wir haben trotz großen Einsatzes der beteiligten Beamten lange zusehen müssen, wie fast jeden Monat neue Shops ebenso rasch eröffnet wie wieder geschlossen und Kunden dadurch geschädigt wurden“, sagte Oberstaatsanwalt Frank-Michael Laue, Leiter der Internet-Spezialabteilung der Staatsanwaltschaft Göttingen.

Schließlich aber schlugen die Fahnder zu. Zwei 25 Jahre alte Berliner wurden im April gefasst und in Untersuchungshaft genommen. Sie haben die Taten mittlerweile gestanden. „Zwischenzeitlich konnten die Haftbefehle gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt werden, nachdem die Auswertung der beschlagnahmten Beweismittel abgeschlossen und die Gefahr der Beweismanipulation durch die Beschuldigten ausgeschlossen werden konnte“, hieß es weiter.

Fest stehe aber auch, dass längst nicht alle Taten von Opfern angezeigt wurden. Deshalb bitten die Ermittler jetzt Menschen, die bei den Fake-Shops bestellten, aber ihre Ware nie erhielten, sich zu melden. Entsprechende Strafanzeigen nehme jede Polizeidienststelle im Bundesgebiet entgegen.

Um diese Fakeshops geht es in dem Göttinger Ermittlungsverfahren

www.123kaffeevollautomaten.de
www.belak24.de
www.belakova24.de
www.bigbeo.de
www.bigcoffee.de
www.bigmedi24.de
www.bycafe.de
www.fotoreflex24.de
www.fritzkaffee.de
www.fritzphone24.de
www.graczyk24.de
www.handlir24.de
www.jackskaffee.de
www.kaffeecamp24.de
www.knallpatronen24.de
www.kvoll24.de
www.maxcoffee.de
www.mein3rad.de
www.mykaffee.de
www.nino24.de
www.novakova.de
www.panino24.de
www.playmax24.de
www.pszocker.de
www.qodo24.de
www.qopo24.de

Bei den Beschuldigten wurden laut Polizei Vermögenswerte in Höhe von mehreren Zehntausend Euro gesichert. Opfer, die sich bereits gemeldet haben, könnten so nun versuchen, ihr Geld zurück zu bekommen. „Soweit der Staatsanwaltschaft eine Strafanzeige vorliegt, sind die Geschädigten bereits gesondert über ihre Möglichkeiten zur Geltendmachung von Ansprüchen informiert worden“, hieß es weiter.

Im Falle einer Verurteilung wegen gewerbsmäßigen Betruges müssen die Beschuldigten mit Freiheitsstrafen von sechs Monaten bis zu zehn Jahren rechnen.