Studie: Deutsche ändern ihre Passwörter viel zu selten

Die meisten Deutschen ändern ihre wichtigsten Passwörter und Geheimzahlen viel zu selten. Das zeigt eine neue Studie. Nur jeder Sechste wechselt seine Zugangsdaten und Codes für Online-Konten, E-Mail-Postfächer, Smartphones, Alarmanlagen und Co. mindestens einmal im Quartal.

Viele Menschen ändern ihre Passwörter viel zu selten. Bild: edelweiss/fotolia.com

Viele Menschen ändern ihre Passwörter viel zu selten. Bild: edelweiss/fotolia.com

Jeder Vierte (24 Prozent) verändert sie hingegen niemals aus eigener Initiative. Das ergab eine repräsentative Umfrage im Auftrag des IT-Branchenverbands BITKOM. „Bequemlichkeit ist der größte Feind der IT-Sicherheit, die wichtigsten Zugangsdaten sollten alle drei Monate verändert werden“, sagt BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf.

Viele Menschen ändern ihr Verhalten und ihre Passwörter leider erst, wenn sie schon Opfer von Kriminalität geworden sind. Jeder fünfte Befragte (21 Prozent) wechselt seine Kennwörter nur alle paar Jahre aus eigenem Antrieb, jeder vierte (25 Prozent) immerhin jährlich. Jeder zehnte Befragte (10 Prozent) ändert sie im Schnitt halbjährlich, jeder achte (12 Prozent) einmal im Quartal, 3 Prozent wechseln monatlich, ein Prozent sogar wöchentlich.

Damit hat sich das Verhalten gegenüber 2010 kaum verändert. Damals wechselte auch nur jeder Sechste (17 Prozent) seine Zugänge mindestens alle drei Monate. Allerdings gaben 41 Prozent an, niemals ihre Passwörter zu ändern. „Die zunehmende Cyberkriminalität und steigender Handy-Diebstahl haben immerhin einige Passwort-Muffel ein wenig umdenken lassen, sie ändern laut Umfrage ihre wichtigsten Zugangscodes nun wenigstens alle paar Jahre“, so Kempf. Das sei jedoch noch immer viel zu selten.

Ein regelmäßiger Wechsel der wichtigsten Passwörter erschwert Online-Kriminellen ihre Arbeit. Diese Betrüger versuchen verstärkt, digitale Identitäten der Nutzer anzugreifen: etwa Benutzerkonten in Unternehmen, private E-Mail-Accounts, Konten bei Internet-Kaufhäusern oder Banken. Auch persönliche Steckbriefe in Communitys wie Facebook, Google+, Twitter oder Xing sowie private Homepages sind potenzielle Ziele.

Für die repräsentative Umfrage wurden im Juli 2014 1.316 Personen ab 14 Jahren befragt.