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Online-Durchsuchung: Der Bundestrojaner ist einsatzbereit

Der Bundestrojaner ist einsatzbereit. Deutsche Behörden können jetzt mit einer eigenen Software heimlich fremde Computer durchsuchen. Das bestätigte die Bundesregierung auf Anfrage.

Vorratsdatenspeicherung. Symbolbild: Kobes – Fotolia.com

Der Bundestrojaner ist einsatzbereit. Symbolbild: Kobes – Fotolia.com

Entwickelt wurde der Bundestrojaner, mit dem heimliche Durchsuchungen von fremden Computern möglich sind, vom Bundeskriminalamt (BKA). „Zur Durchführung von Maßnahmen der Online-Durchsuchung wurde durch das BKA eine eigenständige Software entwickelt, welche einsatzbereit ist“, heißt es in einer Erklärung der Bundesregierung auf Anfrage des Linke-Abgeordneten Andrej Hunko.

Wie der Bundestrojaner zur Online-Durchsuchung genau funktioniert, ist dem kurzen Schreiben nicht zu entnehmen. Allgemein geht man davon aus, dass die Ermittler das Spionageprogramm auf den Ziel-Computer schmuggeln. Dieses Programm, entweder ferngesteuert oder nach einem heimlichen “Besuch” in der Wohnung des Betroffenen installiert, sorgt für einen Zugriff auf den Computer. Die Daten werden dann untersucht und gesichert und den Fahndern übermittelt.

Ob gängige Virenschutzprogramme ein solches staatliches Überwachungs- und Spionageprogramm entdecken und unschädlich machen können, ist fraglich. Mehrere große Hersteller von Schutzprogrammen gegen Viren und Trojaner hatten zwar schon vor Jahren eine Zusammenarbeit mit dem Bundeskriminalamt (BKA) bereits ausgeschlossen. Ob Firewall und Virenschutz aber tatsächlich gegen staatliche Schnüffelprogramme helfen, weiß derzeit niemand.

Neben dem Trojaner zur Online-Durchsuchung steht auch ein staatliches Schnüffelprogramm zum heimlichen Überwachen der Telekommunikation von Verdächtigen kurz vor der Fertigstellung. Das Programm befinde sich momentan nach Abschluss der Architekturarbeiten in der Implementierungsphase, hieß es in der Antwort der Bundesregierung. „Hieran schließen sich ausführliche Softwaretests und die Quellcodeprüfung an. Erst danach kann die Software zum Einsatz freigegeben werden“ Ein konkreter Termin für die Einsatzbereitschaft könne derzeit noch nicht genannt werden, hieß es.