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Behörden warnen: Zwei Wochen Zeit, sich vor gefährlichen Trojanern zu schützen

Die britische National Crime Agency ( NCA) geht mit einem ungewöhnlichen Appell an die Öffentlichkeit: Internetnutzer hätten jetzt genau zwei Wochen Zeit, sich gegen sogenannte Lösegeld-Trojaner und  das Spionageprogramm ZEUS-Gameover zu schützen.

Bild:  lolloj/Fotolia.com

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Dem britischen NCA, dem amerikanischen FBI und Europol ist in einer gemeinsamen Aktion ein Schlag gegen die organisierte Kriminalität im Internet geglückt. Den Behörden gelang es nach eigenen Angaben, ein weltweites Netzwerk von infizierten Computer unter Kontrolle zu bekommen und auszubremsen – zumindest vorerst. Internetnutzer hätten jetzt zwei Wochen Zeit, ihre Rechner gegen Angriffe durch Schadprogramme zu schützen. Dann scheint das Botnetz wieder aktiv zu werden.

Das von den Behörden kontrollierte Botnetz steuert offenbar zwei verschiedene Schadprogramme. Zum einen geht es um Spionageprogramme aus der ZEUS-Gruppe. GOZeuS – auch als P2PZeuS, Gameover ZeuS oder GOZ bekannt – infizieren Computer und spähen dann das Online-Banking aus. Außerdem manipulieren sie die infizierten Computer so, dass die Daten von Kriminellen zum Abbuchen von Geld missbraucht werden können. Allein in Großbritannien seien derzeit 15.000 Rechner mit dem GOZeuS-Trojaner infiziert. Es sei gelungen, die Kommunikation dieser Trojaner und ihre Steuerung durch die Kriminellen zeitweise zu unterbrechen, so die NCA.

Zum anderen werden über das Netz offenbar Lösegeld-Trojaner (sogenannte CryptoLocker) gesteuert. Die sperren einfach den Zugang zu einem Computer. Besitzer sollen dann über anonyme Zahlungswege im Internet „Lösegeld“ bezahlen, um wieder Zugriff auf ihre Daten zu bekommen.

Die Trojaner verbreiten sich in der Regel als Anhang per Mail. Besonders perfide dabei: Die infizierten Mails werden von vielen Nutzern angeklickt, weil sie scheinbar von deren Freunden oder Bekannten stammen. In Wirklichkeit wissen die „Absender“ gar nicht, dass von ihren Rechnern etwas verschickt wurde – dafür haben die Schadprogramme selbst gesorgt.

Die Behörden rieten dazu, sofern nicht schon geschehen auf Windows-Rechnern alle Sicherheitsupdates  einzuspielen und die Virenschutz-Software auf den neuesten Stand zu bringen.