Aktuell:

Bundeskriminalamt lässt tausende Kinderporno-Seiten sperren

Im Kampf gegen die Verbreitung von Kinderpornografie im Internet vermeldet das Bundeskriminalamt Erfolge. Fast alle gemeldeten Seiten, die illegale Inhalte verbreiten, können in kürzester Zeit gestoppt und gelöscht werden.

stop_sign_ref.jpg

pixeltrap/fotolia.com

Im Jahr 2012 ging das Bundeskriminalamt (BKA) insgesamt 6 209 Hinweisen zu kinderpornographischen Inhalten im Internet nach. Das betraf Boards – also Foren – ebenso wie Webseiten. Davon wurden 5463 Hinweise an die jeweiligen Internet-Provider weitergeleitet, um eine Löschung der Inhalte zu bewirken. Von den weitergeleiteten Hinweisen betrafen 76 % ausländische und 24 % im Inland gehostete Inhalte, so das BKA.

Das Ergebnis: 89 % der inländischen Inhalte waren spätestens zwei Tage nach Eingang des Hinweises beim BKA gelöscht. Nach einer Woche konnte eine Löschquote von 98 % erreicht werden, nach spätestens zwei Wochen waren alle betreffenden Angebote entfernt. Die durchschnittliche Bearbeitungszeit vom Eingang des Hinweises beim BKA bis zur Löschung durch den Provider betrug im Jahr 2012 1,26 Tage.

746 Hinweise konnten unter anderem deshalb nicht weitergeleitet werden, weil der Standort des Servers wegen der Nutzung des Verschleierungsverfahrens TOR nicht ermittelt werden konnte. Bei Inhalten aus dem Ausland konnte eine Löschquote von mehr als 97 % innerhalb von vier Wochen erreicht werden. Wegen des komplexeren Verfahrensablaufs und der größeren Anzahl der beteiligten Stellen war für die Löschung im Ausland gehosteter Angebote insgesamt mehr Zeit erforderlich. Die nicht löschbaren Inhalte wurden der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien zur Einleitung eines Indizierungsverfahrens gemeldet.

Der Großteil der Hinweis ging über die privaten Hotlines zur Meldung kinderpornographischer Inhalte ein, so die Ermittler heute weiter.

Fahnder und Politiker betonten, dass das Konzept „Löschen statt sperren“ eindeutig aufgehe. Noch vor wenigen Jahren hatte die Politik – allen voran die damals zuständige Ministerin Ursula von der Leyen – stattdessen vehement Internetsperren im Kampf gegen Kinderpornografie gefordert.