Telomax-Abzocke: Drahtzieher muss über vier Jahre ins Gefängnis

Das war es dann mit Telomax und Win-finder: Wegen Abzocke mit Telefongewinnspielen ist ein 32-Jähriger am Freitag vom Landgericht Frankfurt zu vier Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt worden. Ein 40-jähriger Komplize muss  zweieinhalb Jahre hinter Gitter.

Telomax Abzocke Urteil

Wegen Telefonabzocke hat das Landgericht Frankfurt zwei Männer verurteilt. Symbolbild: Danny Elskamp/Fotolia.com

Die Richter sahen es als erwiesen an, dass Faustus E. und sein Partner in den Jahren 2010 und 2011 tausende Menschen um ihr Geld gebracht hatten. Der Trick: Die beiden ließen von einem Call-Center im Kosovo aus deutsche Verbraucher anrufen.Den Opfern wurde vorgegaukelt, sie hätten einen Kosmetikgutschein gewonnen. Wer darauf hereinfiel, dem wurde dann eine Teilnahme an einem Gewinnspiel-Abo angedreht. Dafür wurden anschließend regelmäßig über die Telefonrechnung Abogebühren kassiert.

Anderen Opfern wurde bei den Anrufen vorgegaukelt, sie hätten einen Tankgutschein gewonnen und müssten diesen per Zifferneingabe am Telefon abrufen. Auch hier wurden die Opfer aber nur in ein kostenpflichtiges Abo gelockt.

Telomax und win-finder.com: Weltweites Netz aus Tarnfirmen

Die Suche nach den Verantwortlichen der groß angelegten Abzocke gestaltete sich für die Betroffenen nicht leicht. Denn die beiden Täter hatten ein weltweites Netz aus Briefkastenfirmen und Schein-Unternehmen gegründet, um ihre Spuren zu verwischen. Verbraucherschützer ahnten freilich schon sehr früh, dass hinter Namen wie Telomax und win-finder.com der einschlägig bekannte Faustus E. steckte. Der schillernde Jungunternehmen war in der Vergangenheit immer wieder mit fragwürdigen Geschäftsmodellen aufgefallen.

Anfang 2012 schlugen die Ermittler dann zu. Wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen und bandenmäßigen Betrugs ließ die Staatsanwaltschaft Frankfurt insgesamt  55 Wohnungen und Büros in Deutschland durchsuchen. Weitere Durchsuchungen fanden zeitgleich in der Schweiz und in Österreich statt. Insgesamt waren damals rund 1000 Polizeibeamte im Einsatz.