Instagram: Nutzer protestieren gegen Verkauf ihrer Bilder – Update

Instagram-Nutzer müssen in Zukunft damit rechnen, dass ihre Bilder von Instagram oder von Facebook für Werbung verwendet oder an Drittfirmen weitergegeben werden – ohne gesonderte Rückfrage und vor allem ohne Bezahlung. Das geht aus den neuen Nutzungsbedingungen hervor, die der Bilderdienst jetzt veröffentlicht hat.

instagram

Instagram: Nutzer müssen damit rechnen, dass ihre Fotos künftig weitergegeben und für Werbung verwendet werden. Screenshot: Computerbetrug.de

Instgram hat derzeit rund 100 Millionen Nutzer – Menschen, die über den Dienst ihre privaten Fotos veröffentlichen. Und genau darauf hat es der von Facebook übernommene Dienst jetzt offensichtlich abgesehen. Instagram hat nämlich seine neuen Datenschutzbestimmungen und Nutzungsbedingungen (Terms of Service) veröffentlicht. Und die räumen der Foto-Plattform weitgehende Rechte ein – auf Kosten ihrer Nutzer. Konkret nimmt sich Instagram in Zukunft das Recht, die Daten seiner Nutzer an das soziale Netzwerk Facebook und andere Partner weiterzugeben.

Mit den neuen Nutzungsbedingungen behält sich das Unternehmen auch das Recht vor, Fotos der Nutzer an Werbepartner zu verkaufen – ohne die Fotografen darüber zu informieren oder gar an den Einnahmen zu beteiligen. Noch problematischer: „Zudem kann es demnach im ungünstigsten Fall abgebildete Personen treffen, die nicht einmal einen Instagram-Account besitzen – vom Schnappschuss am Strand auf die Werbetafel am Times Square“, so das Portal basicthinking.de. Und das alles erfolge ohne Haftung. „Hat ein Nutzer etwa ein urheberrechtlich geschütztes Werk gespeichert, das von Instagram dann verwendet wird, dann wäscht der Dienst seine Hände proaktiv in Unschuld.“

Instagram: Neue Nutzungsbedingungen ab 16. Januar 2013

Die neuen Bestimmungen treten am 16. Januar 2013 in Kraft. Wer sie nicht akzeptieren will, muss den Dienst kündigen und seine Bilder herausnehmen.

Dennoch – oder gerade deshalb – regt sich seit gestern massiver Widerstand gegen die neuen Regeln bei Instagram. Viele Portale und Blogs berichten, in Foren und Blogs wird heftig diskutiert.  Auch Kündigungen gibt es bereits – oft öffentlichkeitswirksam inszeniert.

Instagram und die neuen Besitzer bei Facebook dürfte das nicht weiter stören. Letztlich lässt sich auch Facebook schon seit langem praktisch alle Rechte an den Bildern abtreten, die Nutzer dort hochladen. An der Beliebtheit des sozialen Netzwerks hat das nichts geändert.

Update: Instagram knickt vor Protest ein und nimmt Neuregelung zurück

Der massive Protest zeigte schnell Wirkung. Noch am Dienstag meldete sich Instagram mit einem neuen Blogeintrag – und zog die kritisierte Neuregelung zurück. Man werde keine Nutzer-Fotos verkaufen, versprach Co-Gründer Kevin Systrom.