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Anruf vom Bundeskanzleramt? Vorsicht – das könnte CEO-Fraud sein

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Seit drei Jahren beschäftigt die Polizei in Deutschland ein speziell gegen Unternehmen gerichtetes Betrugsphänomen, der sogenannte CEO-Fraud. Aktuelle Masche: Ein angeblicher Mitarbeiter des Bundeskanzleramts versucht per Telefon, Firmen um ihr Geld zu bringen. Der Überblick.

Was ist CEO-Fraud?

Beim sogenannten CEO-Fraud (übersetzt: Geschäftsführer-Abzocke) geben sich Täter beispielsweise als Geschäftsführer (CEO) eines Unternehmens aus, rufen in der betreffenden Firma an, und veranlassen einen Unternehmensmitarbeiter zum Transfer eines größeren Geldbetrages ins Ausland.

Wie schaffen die Täter es, ihre Opfer zu überzeugen?

Die Täter nutzen Informationen, die Unternehmen in Wirtschaftsberichten, im Handelsregister, auf ihrer Homepage oder in Werbebroschüren veröffentlichen. Die Täter legen ihr Augenmerk vor allem auf Angaben zu Geschäftspartnern und künftigen Investments. Soziale Netzwerke, in denen Mitarbeiter ihre Funktion und Tätigkeit oder persönliche Details preisgeben, stellen ebenfalls eine wichtige Informationsquelle dar. Auf diese Weise verschaffen sich die Täter das für den Betrug notwendige Insiderwissen über das betreffende Unternehmen – und können dann als Anrufeer überzeugen.

Wie erfolgreich ist CEO-Fraud?

Durch CEO-Fraud konnten Kriminelle nach Angaben des Bundeskriminalamts in wenigen Monaten mehrere Millionen Euro mit zum Teil gravierenden Folgen für das betroffene Unternehmen
bzw. die getäuschten Mitarbeiter erbeuten. In einer Vielzahl von Fällen waren die Täter jedoch nicht erfolgreich, weil die kontaktierten Mitarbeiter aufmerksam waren und sich von den professionell vorgehenden Tätern nicht täuschen ließen.

Welche Masche gibt es noch?

Aktuell häufen sich laut BKA Fälle, in denen ein angeblicher Mitarbeiter des Bundeskanzleramts mit Unternehmen in Deutschland telefonisch oder per Mail Kontakt aufnimmt. Der angebliche Mitarbeiter benutzt den Namen „Uwe Becker“ und gibt sich als persönlicher Referent eines Abteilungsleiters im Bundeskanzleramt aus. „Uwe Becker“ bittet um ein vertrauliches Gespräch mit der Geschäftsleitung des Unternehmens. In diesem Gespräch erläutert er, dass er im Auftrag des sicherheitspolitischen Beraters der Bundeskanzlerin anrufe. Für den Freikauf deutscher Geiseln benötige die Bundesregierung zwei- bis dreistellige Millionenbeträge. Die Bundesregierung sei hierbei auf Spenden aus Industrie und Wirtschaft angewiesen. Etwa 40 Millionen Euro würden noch fehlen.

Das Bundeskriminalamt (BKA) warnt ausdrücklich vor Anrufen im Namen des Bundeskanzleramts mit der Aufforderung, die Bundesregierung mit Spenden zu unterstützen. „Es handelt sich immer um einen Betrugsversuch“, so das BKA.

Wo gibt es weitere Infos?

Das BKA hält zum Thema SEO-Fraud einen Flyer zum Download bereit.