Aktuell:

Online sicher einkaufen: So fallen Sie nicht auf Fake-Shops herein

Online Christmas Shopping

Beim Online-Shopping sollte man einige Tipps beachten. Denn im Internet lauern auch Betrüger. Bild: Lisa F. Young/fotolia.com

Online-Shopping liegt im Trend. Gerade vor Weihnachten kaufen wieder Millionen Menschen im Internet ein. Aber Vorsicht: Auch hier lauern Betrüger und Diebe. Mit unseren Tipps kaufen Sie wirklich sicher im Netz ein – und fallen nicht auf Fake-Shops herein.

Millionen Menschen werden 2016 vor Weihnachten im Online- und Versandhandel einkaufen. Wo so viel Geld zu holen ist, sind allerdings Betrüger und Abzocker nicht weit, warnt auch die Bundesregierung. So sind in den vergangenen Jahren immer wieder Betrüger mit so genannten Fake-Shops auf Opferjagd im Internet. Diese werben mit äußerst günstigen Preisen für Elektronikartikel, kassieren per Vorauskasse – und liefern dann nicht.

Wenn Sie folgende Tipps beachten, sind Sie beim Online-Shopping relativ sicher vor Betrügern:

1. Vorsicht bei besonders günstigen Angeboten

Seien Sie misstrauisch, wenn ein Online-Shop ungewöhnlich billig ist. Der Thermomix für ein paar hundert Euro, die PS4 fast geschenkt – solche Preise sind unrealistisch und sollten sofort alle Alarmglocken läuten lassen. Nicht selten steckt hinter besonders günstigen Angeboten der Versuch, Kunden in eine Falle zu locken. Oder, weniger bösartig aber trotzdem gefährlich: Ein Händler versucht, mit solchen schlecht kalkulierten Billigangeboten im Markt erfolgreich zu werden – und landet dann in der Insolvenz. Also: Bei aller Spar-Wut – lassen Sie sich nicht von günsdtigen Angeboten blenden.

2. Prüfen Sie unbekannte Händler vor dem Einkauf genau

Auch kleine und eher unbekannte Online-Shops können natürlich gut, professionell und günstig sein. Dennoch sollte man hier immer zweimal hinsehen und zumindest folgende Punkte prüfen:

  • Bietet der Händler eine vollständige Anbieterkennzeichnung (Name, Vorname und vollständige Anschrift, Telefonnummer, E-Mail, Fax, Gewerberegister und Gewerberegisternummer, korrekte Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (die Sie hier überprüfen können))?
  • Sind die AGB nachlesbar und klar formuliert?
  • Informiert der Händler über Datenschutz und Datensicherheit?
  • Gibt es Angaben zum Widerrufsrecht, Rückgaberecht und Kaufpreisrückerstattung?
  • Gibt es verschiedenen Zahlungsmöglichkeiten?
  • Sind Versandkosten, Rücksendekosten und mögliche Zusatzkosten transparent?
  • Gibt es eine E-Mail-Bestätigung des Bestellvorgangs?
Ganz wichtig: Seriöse Händler verstecken sich nicht. Anbieter mit Postfachadresse oder ohne Kontaktinformationen haben etwas zu verbergen. Achten Sie deshalb immer auf ein klares Impressum mit vollständiger Firmenanschrift und funktionierender Telefonnummer. Wo hat der Anbieter seinen Firmensitz? Für ausländische Anbieter gelten andere Rechtsgrundlagen.
Wenn Sie unsicher sind: Rufen Sie den Händler an. Ein seriöses Unternehmen wird erreichbar sein und Ihnen gerne Auskunft über sich geben.
 

3. Vorsicht bei brandneuen Online-Shops und anonymen Betreibern

Betrügerische Online-Shops werden von den Tätern in der Regel nur einige Tage oder Wochen lang online gestellt, gerne unmittelbar vor Start des Adventsgeschäfts. Sobald genügend Opfer bezahlt haben, verschwinden sie wieder – Täter und Webseiten. Deshalb sollten Sie überprüfen, wie lange es eine Internetseite schon gibt – und wann und wo und von wem sie registriert wurde. Für Seiten mit der deutschen Webadresse .de ist das unter www.denic.de möglich. Für andere Adressendungen wie .com oder .org bietet sich nic.com an. Geben Sie dort die Webadresse des Shops ein und sehen Sie, was und wer dahintersteckt. Versteckt sich der Betreiber hinter einem anonymen Registrierungsservice oder hinter exotischen Firmenadressen, heißt es: Finger weg!

4. Bezahlung per Vorkasse? Lieber nicht

Eine übliche Masche bei Fake-Shops ist es, offiziell verschiedene Bezahlungsmethoden anzubieten, Kreditkarte, Sofort-Überweisung, PayPal, Rechnung und anderes. Wenn der Kauf dann getätigt werden soll, ist „plötzlich“ nur noch Vorauskasse möglich, zum Beispiel wegen angeblicher technischer Probleme. Das dürfte in den meisten Fällen ein Trick sein, denn bei Vorauskasse ist Ihr Geld weg.

Kaufen Sie in diesem Fall lieber nicht ein. Seriöse Online-Shops bieten mehrere Bezahlwege an. Am sichersten ist immer noch die Bezahlung per Rechnung.

5. Hält der Händler die Button-Lösung ein?

Um Verbraucher vor Fallen im Internet zu schützen, gibt es seit 2012 die Button-Lösung in Deutschland. In Online-Shops und App-Stores muss seitdem eine eindeutige Formulierung auf das Ende eines Bestellprozesses hinweisen. Die Beschriftung des Buttons muss also „kostenpflichtig bestellen“, „kaufen“ oder auch „jetzt kaufen“ lauten. Hat der Händler einen solchen Button bei der Warenbestellung nicht, ist Vorsicht geboten. Nicht ausreichend dagegen sind Formulierungen wie Anmelden“, „Bestellen“, „Weiter“ oder „Bestellung abgeben“. In solchen Fällen kommt auch kein Vertrag zustande.

6. Was sagen Verbraucherschützer und Foren?

„Googeln“ Sie kleine und unbekannte Online-Shops zunächst einmal, ehe Sie diesen Ihr Geld anvertrauen. Geben Sie also den kompletten Namen des Unternehmens in eine Suchmaschine ein und überprüfen Sie, was andere Kunden darüber sagen und welche Erfahrungen Sie mit dem Händler gemacht haben. Das erhöht auch die Chance, dass Sie schwarze Schafe der Branche enttarnen.

Tipp: Die Seite watchlist-internet.at listet unseriöse Fake-Shops auf.

7. Achten Sie auf die Verschlüsselung

Achten Sie immer darauf, dass alle Daten verschlüsselt werden, die Sie an einen Online-Shop übermitteln, rät das BSI. Die Verschlüsselung erkennen Sie bei an Meldungen wie „Sie haben ein geschütztes Dokument angefordert…“ oder „Sie sind im Begriff, sich Seiten über eine sichere Verbindung anzeigen zu lassen…“. Außerdem erscheint bei einer verschlüsselten Datenverbindung ein „s“ hinter den Buchstaben „http“ in der Adresszeile des Browsers. Ein weiterer Hinweis auf die Verschlüsselung: Bei vielen Browsern erscheint im unteren Bereich oder in der Adresszeile ein kleines, geschlossenes Vorhängeschloss.

8. Setzen Sie auf bekannte und renommierte Anbieter

Wer auf bekannte und große Online-Händler wie Amazon, Karstadt, Weltbild und andere setzt, kann wenig falsch machen. So große Firmen stehen ständig im Fokus von Daten- und Verbraucherschützern. „Jeglicher Mangel an den Kriterien eines „seriösen Online-Shops“ hätte unverzüglich massive nachteilige Auswirkungen auf das Unternehmen“, so das Bundesamt für Sicherheit in Informationstechnik.

Immer gut informiert – mit unserem kostenlosen Newsletter

Sie möchten künftig vor aktuellen Gefahren im Internet informiert werden? Dann nutzen Sie den kostenlosen Newsletter von Computerbetrug.de. Hier kostenlos anmelden.