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Cyber-Mobbing: Jedes fünfte Kind wird von Mitschülern im Netz gemobbt

Cyber-Mobbing auf dem Vormarsch: Jedes fünfte Kind im Alter von 14 bis 15 Jahren wird im Internet von Mitschülern beleidigt, gedemütigt oder sogar bedroht. Das ist das Ergebnis einer neuen repräsentativen Umfrage. Mindestens ebenso dramatisch: Lehrer und Eltern können den Opfern oft nicht helfen.

Cyber Mobbing

Cyber Mobbing ist unter Schülern weiter auf dem Vormarsch. Symbolbild: Doc Rabe Media/fotolia.com

17 Prozent der für die Studie befragten Schülerinnen und Schüler bestätigten, Opfer von Cybermobbing-Attacken gewesen zu sein. Bei Kinder im Alter zwischen 14 und 15 Jahren sind es sogar 20 Prozent. Davon fühlt sich ein Fünftel der Cybermobbingopfer dauerhaft belastet.

Die meisten Cybermobbing-Fälle wurden an Haupt- und Realschulen festgestellt, wobei allerdings auch an Grundschulen regelmäßig Vorfälle festgestellt wurden.

In der repräsentativen Untersuchung gaben aber zugleich 19 Prozent der Schüler zu, selbst einmal Mitschüler über das Internet gemobbt zu haben. Die Motive der psychischen Quälereien waren dabei häufig banal: «Langeweile» oder «Spaß» nannten viele Täter als Grund für ihre Mobbing-Attacken. Die meisten Fälle von Cyber-Mobbing-Angriffen ereigneten sich dabei in sozialen Netzwerken wie Facebook. Zunehmend  würden auch Handys genutzt, um Mitschüler – etwa durch heimlich gedrehte Fotos oder Videos – bloßzustellen.

Studie: Eltern können Kindern bei Cyber-Mobbing kaum helfen

Eltern und Lehrer können den Opfern solcher Attacken oft nicht helfen. Viele befragte Eltern meinten, dass die mediale Entwicklung die elterliche Erziehung deutlich erschwere und zu einer Überforderung führe. Lediglich 17 Prozent der Eltern überprüfen die Aktivitäten ihrer Kinder im Internet.

Cyber-Stalking: Lehrern fehlt Fachwissen

Fast 60 Prozent der befragten Lehrkräfte gaben in der Studie an, dass ihnen Cybermobbingfälle unter ihren Schülern bekannt sind. Doch auch ihnen fehlt das notwendige Fachwissen: Mit Blick auf die Gefahrenpotenziale des Internets sieht die Mehrheit der Lehrer bei sich selbst ein starkes Informationsdefizit. Sie fordern daher neue Module und Konzepte für die Lehrerfortbildung sowie institutionelle Maßnahmen.

Ein weiteres Problem, das die Studie aufdeckte: Nur jeder fünfte Schüler meldet Cybermobbing-Vorfälle den Betreibern der betroffenen Plattformen. „Dies ist aber eine wesentliche Voraussetzung für eine effektive Aufklärung der Vorgänge und damit eineradäquaten Sanktionierung der Täter, womit wichtige Zeichen der Abschreckung gesetzt werden könnten“, so die Verfasser in der Studie.

Für die Studie wurden im Zeitraum von November 2012 bis Februar 2013 über 10.000 Eltern, Lehrkräfte, Schüler und Schülerinnen befragt.

Cyber-Stalking und Cyber-Mobbing: Tipps für Opfer

Was tun als Opfer von Cyber-Mobbing? Computerbetrug hat viele Tipps für Opfer von Stalking im Internet zusammengestellt.