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Razzien: Polizei geht gegen Anonymus-Aktivisten in Deutschland vor

Anonymous im Visier: In einer bundesweiten Aktion sind Polizei und Staatsanwaltschaft gegen Unterstützer und Aktivisten der Gruppierung vorgegangen. Die Verdächtigen sollen sich – quasi per Mausklick – an einem Angriff gegen die Gema beteiligt haben.

Anonymous-Aktivisten im Visier der Polizei. Bild: vg-design/Fotolia.com

Die DDoS-Attacke gegen die Gema fand im Dezember 2011 statt. Damals war der Server der Verwertungsgesellschaft unter dem Beschuss etlicher Computer in die Knie gegangen – die Gema war im Netz nur noch schwer erreichbar. Zu der Attacke aufgerufen hatte ein Aktivist namens AnonLulz – und die Angriffswaffe gleich mitgeliefert. Über Pastebin gelange man per Link auf ein kleines Script, das den „Beschuss“ der Gema-Seite startete.

Über 100 Menschen .die sich an der Attacke beteiligt haben sollen, hatten nun am Dienstag Besuch von Polizei und Beamten der Landeskriminalämter. Wie Spiegel Online berichtet, gingen die Fahnder gegen 106 mutmaßliche Unterstützer von Anonymous vor.

Computer, Mobiltelefone und Datenträger beschlagnahmt

Bei den Razzien  in mehreren Bundesländern wurden vor allem Privatwohnungen durchsucht und Computer, Mobiltelefone und Datenträger beschlagnahmt. Dabei seien vor allem Kinder und Jugendliche ins Visier der Ermittler geraten, so Spiegel Online weiter: „Schon die Tatsache, dass die IP-Adressen der Angreifer offenbar rückführbar waren, ist ein Anzeichen dafür, dass es sich bei den nun Beschuldigten eher um Anonymous-Mitläufer handeln dürfte.“

In einem Durchsuchungsbeschluss, der in einem Blog veröffentlicht wurde, heißt es tatsächlich wörtlich: „Der Tatverdacht beruht auf den Ermittlungen des BKA und den gesicherten Logdateien des Webservers der Webseite der Gema und Auskunft des Internet Service Providers.“

Die Beschuldigten erwarten jetzt Strafverfahren wegen Computersabotage. Über den Twitter-Account AnonNewsDE hieß es, bei der Aktion seien „Unschuldige geraided“ worden.