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EU-Kommission warnt vor Abzocke bei Krediten im Internet

Symbolbild: gourmecana

Wer über das Internet einen Kredit sucht,  sollte ganz besonders vorsichtig sein. Wie die europäische Kommission jetzt berichtet, informieren viele Kredit-Vermittler nicht ausreichend – oder zocken sogar bei den Kosten ab.

In den vergangenen Wochen und Monaten hatten Behörden in 29 Ländern insgesamt 500 Webseiten überprüft, auf denen Privatkredite, Kreditkarten oder andere Verbraucherkredite angeboten wurden. Das Ergebnis: In 70 Prozent der Fälle mussten die Behörden eine weitergehende Überprüfung anordnen. Von den in Deutschland untersuchten 26 Seiten wurden 20 bemängelt.

In vielen Fällen enthielt die Werbung laut EU-Kommission nicht alle erforderlichen Angaben; auch die Kostendarstellung sei häufig „irreführend“ gewesen.

Im Rahmen der Kontrollaktion wurde insbesondere geprüft, wie die kürzlich in den Mitgliedstaaten umgesetzte Verbraucherkreditrichtlinie, die es den Verbrauchern erleichtern soll, Kreditangebote zu verstehen und zu vergleichen, von der Wirtschaft angewendet wird.  „Manchmal müssen Personen, die einen Kredit aufnehmen, hinterher feststellen, dass dieser sie letzten Endes teurer zu stehen kommt als ursprünglich erwartet, weil wichtige Angaben missverständlich waren oder fehlten“, sagte der für Verbraucherpolitik zuständige EU-Kommissar John Dalli. Verbraucherkredite seien nicht immer leicht zu verstehen; deswegen gebe es europäische Rechtsvorschriften, die den Verbrauchern dabei helfen sollen, ihre Entscheidungen in voller Kenntnis der Sachlage zu treffen.

Nur 30 Prozent der insgesamt 562 überprüften Websites bestanden die Kontrolle der Einhaltung der Vorschriften; für 70 Prozent, also 393 Websites, wurde eine weitere Überprüfung angesetzt. Die drei häufigsten Mängel waren demnach:

  • Fehlende Angaben in der Werbung für Verbraucherkredite: Auf 258 der überprüften Websites (46 %) enthielt die Werbung nicht alle gemäß der Verbraucherkreditrichtlinie obligatorischen Angaben, z. B. die Angabe des effektiven Jahreszinses, die für einen Vergleich verschiedener Angebote unerlässlich ist, Angaben dazu, ob eventuell verpflichtende Nebendienstleistungen (z. B. eine Versicherung) bei den angegebenen Gesamtkosten bereits berücksichtigt wurden, oder Angaben über die Kreditlaufzeit.
  • Fehlen wichtiger Angaben im Angebot: Auf 244 Websites (43 %) fehlten klare Angaben zu einzelnen Bestandteilen der Gesamtkosten, z. B. zur Zinsart (fest, variabel oder gemischt), gegebenenfalls zur Vertragslaufzeit und zu einigen der mit dem Kredit verbundenen Kosten (z. B. Abschlussgebühr).
  • Auf 116 Websites (20 %) war die Darstellung der Kosten irreführend, d. h., diese wurden falsch oder auf eine Art und Weise dargestellt, die den Verbraucher täuschen könnte, z. B. durch die Art der Preisberechnung oder dadurch, dass der Verbraucher nicht darüber informiert wird, dass zu den Kosten für den eigentlichen Verbraucherkredit noch Kosten für eine obligatorische Versicherung kommen.