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Spam – Unerwünschte Werbung per E-Mail

Spam

Spam: Rund 79 Prozent alle Mails sind unerwünschte Werbung. Bild: Franz Pfluegl/Fotolia.com

Die Verbreitung unerwünschter Werbung per Mail, Fax oder SMS – kurz: Spam – ist heute eine der größten Belastungen für Internetsurfer und Besitzer von Faxgeräten, Handys und Telefonen. Ein Ende des Sapmmings ist leider nicht zu erwarten. Denn das miese Geschäft scheint sich zu lohnen.

Der volkswirtschaftliche Schaden durch Versand und Bearbeitung der unerwünschten Botschaften geht in die Milliarden. Als Verbraucher haben Sie aber mittlerweile eine ganze Reihe von Möglichkeiten, sich gegen die Werbeflut zu wehren, oder, noch besser, sie  zu vermeiden.

Spam: Was ist das?

Spam ist ein Sammelbegriff für alle Arten von unerwünschter Werbung, also Werbebotschaften per eMail, per Fax, per SMS oder auch per Postwurfsendung. Eigentlich steht „Spam“ für „Spiced Ham“, eine Art Dosenfleisch. In einem Sketch der englischen Komikertruppe Monty Pyton wurde Spam weltberühmt. Dieser spielt in einem Restaurant, in dem alle Gerichte ausschließlich aus Spam bestehen. Ein Wikingerchor, der laut „Spam“ singt, unterbricht dabei immer wieder das Gespräch zwischen der Kellnerin und dem Gast – genauso eben, wie die unerwünschte Werbeflut die Mail-Kommunikation stört.

Aktuelle Forschungen gehen davon aus, dass derzeit rund 79 Prozent des weltweiten E-Mail-Verkehrs unerwünschte Werbe-Botschaften sind. Dies geht aus dem Spam-Report von Kaspersky Lab für Februar 2011 hervor. Einen hohen Anteil dabei nimmt Werbung für erotische oder pornografische Dienstleistungen ein. Zu zweifelhaftem Ruhm gelangten etwa die Mails der „Porno Hacker Crew“ (für angeblich gecrackte Porno-Dialer) oder die Sendungen der so genannten „Nigeria-Connection„. Letztere versucht seit Jahren immer wieder, durch (auf den ersten Blick) seriös erscheinende Briefe vermeintlicher afrikanischer Politiker oder Bänker, Opfer zu Geld-Transaktionen zu bewegen. Kommerzieller Mail-Spam, etwa für Viagra und vermeintlich billige PC-Programme stammt in überwiegender Zahl aus den USA. Ein klassisches Beispiel für unerwünschte Werbe-Mails, die in einem gut eingestellten Spam-Filter hängengeblieben sind:

Spam Nachrichten

Unerwünschte Werbung wird daneben immer häufiger per Telefon („Cold Calls“) betrieben; Mitarbeiter von Call-Centern rufen bei den Betroffenen an und versuchen, sie zum Kauf von Produkten/Abschluss von Abonnements zu bewegen. Die Werbelawine rollt zudem per Post; in diesem Fall kaufen oder mieten Unternehmen einmal mehr die Empfängeradressen von spezialisierten Adresshändlern.

Ebenfalls problematisch: Rund drei Prozent der Werbemails (Stand: 2011) haben Schadprogramme im Anhang, vor allem Würmer und Trojaner.

Warum sich der Versand von unerwünschten Mails lohnt

Spammer verfügen in der Regel über Datenbanken mit Millionen von Mailadressen. Der tatsächliche Versand der Werbebotschaften kostet sie nichts oder nur sehr wenig, weil sie fremde Technik und Infrastruktur nutzen. Daher rentiert sich das Geschäft bereits, wenn von einer Million Mailempfängern auch nur ein einziger hereinfällt und die beworbene Ware kauft. Bei Massenwerbung per Telefon oder Post ist der Aufwand etwas größer, aber nichtsdestotrotz offenbar lohnend.

 

So funktioniert Spamming

Professionelle Mailspammer versenden ihre Botschaften über ungeschützte, fremde Mailserver. So sparen sie sich nicht nur die Kosten, sondern verwischen damit auch gleichzeitig ihre Spuren. Ungeschützte Mailserver gibt es zu Tausendenin der Welt, häufig in Osteuropa, in Asien oder in Südamerika. Natürlich verwenden die Abzocker in den Werbemails auch nicht ihre echte Mailadresse, sondern fremde oder gefälschte. Ähnlich gehen die Täter beim Spamming per Fax oder SMS vor; in diesen Fällen werden willkürlich zig-tausende fremde Telefonnummern per Computer durchprobiert.

 

So kommen Spammer Ihre Adresse

Betroffene wundern sich immer wieder, warum ausgerechnet sie zum Empfänger der unerwünschten Werbebotschaften werden. Die Erklärungen sind einfach:

  • In vielen Fällen probieren die Täter schlichtweg Hunderttausende von denkbaren Mailadressen oder Telefonnummern durch.  Angesichts der niedrigen Kosten des Spammings ist es für sie kein Problem, „auf gut Glück“ Adressen auszutesten. Wer eine einfache Mailadresse wie oder verwendet, wird also auch früher oder später garantiert ins Visier der Abzocker geraten.
  • Spammer nutzen spezielle Programme (so genannte Harvester), um Webseiten, Gästebücher oder Newsgroups im Internet nach fremden Mailadressen zu durchsuchen und diese abzuspeichern. Wer also auf irgendeiner Seite seine Mailadresse hinterlässt, hat gute Chancen, früher oder später unliebsame Post zu bekommen.
  • Immer öfter kommen bei Thema Spamming so genannte Bot-Netze ins Spiel. Dabei werden über Trojaner hunderte oder sogar tausende von Rechnern infiziert. Diese Schadprogramme lesen dann entweder die Adressbücher der arglosen Besitzer aus und versenden ferngesteuert ihre Werbebotschaften an die entdeckten Adressen. Oder die Trojaner missbrauchen die infizierten Rechner „nur“ als Versandstationen, wobei ihnen Zieladressen und Werbebotschaften ferngesteuert übermittelt werden. Heimlich ferngesteuerte Computer nennt man im Fachjargon „Zombies“ oder „Drohnen“.
  • Professionelle Werbeversender greifen auch auf käufliche Adressverzeichnisse zurück. Der Handel mit solchen Adressen floriert seit vielen Jahren.

Ist Spamming legal und erlaubt?

Eindeutig nein. Als Privatperson haben Sie ein Recht darauf, dass Sie von unerwünschter Werbung verschont bleiben. Eine ganze Reihe Gerichtsurteile hat diese Auffassung mittlerweile bestätigt. Auch das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb aus dem Sommer 2004 stellt klar, dass Werbung ohne ausdrückliche Einwilligung des Adressaten eine „unzumutbare Belästigung“ darstellt. Das gilt für Mailwerbung ebenso wie für „Cold-Calls“.

Wie wehre ich mich gegen Spam?

Um es vorweg zu sagen: Bei Spammern, die vom außereuropäischen Ausland aus agieren, haben sie derzeit kaum eine Chance, sich zu wehren. Und ebenso deutlich: Der einfachste und schnellste Weg, mit Spam-Mails umzugehen ist immer noch, diese schlichtweg zu ignorieren und zu löschen. Wer sich aktiv gegen unerwünschte Werbezusendungen wehren will, sollte folgende Schritte gehen:

  1. Richten Sie in ihrem Mailprogramm einen Spamfilter ein. Dies ist bei den meisten üblichen Mailprogrammen problemlos möglich. Auch Freemailer wie web.de, yahoo.de oder gmx.de bieten entsprechende Möglichkeiten an.
  2. Finden Sie den Absender heraus. Wie dies bei eMails funktioniert, zeigen beispielsweise die Experten der Seite antispam.de .
  3. Widersprechen Sie bei unerwünschten Werbebotschaften durch deutsche Versender und/oder Unternehmen dem Versand weiterer Nachrichten und der Speicherung, Verwendung und Weitergabe Ihrer Daten. Berufen Sie sich hierbei auf die eindeutigen Regelungen des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG): Verlangen sie vom Versender Auskunft darüber, welche Daten über Sie gespeichert sind ( § 34 BDSG ). Fordern Sie ihn mit gleichem Schreiben auf, Ihre Daten für die weitere Verwendung zu sperren ( § 28 Abs. 4 in Verbindung mit § 35 BDSG ).
  4. Mahnen Sie den Absender ab. Abmahnung bedeutet, dass Sie dem Absender kurz Sachverhalt und seinen Rechtsverstoß schildern, und ihn unter Setzung einer bestimmten (angemessenen) Frist dazu auffordern, eine Unterlassungserklärung abzugeben. Er soll Ihnen also schriftlich versichern, dass er Ihnen keine unerwünschte Werbung mehr zusendet. Eine Abmahnung sollte per Anwalt erfolgen. Wenn die Unterlassungserklärung nicht abgegeben wird, bleibt Ihnen der Weg zum Gericht. Auch hier empfiehlt sich aber zuvor der Weg zum Anwalt.
  5. Werden in den unerwünschten Werbemails oder Werbefaxen 0900-Dienste beworben, können Sie den Netzbetreiber zur Sperrung dieser Nummern auffordern. Zugleich sollten Sie die Bundesnetzagentur informieren, die den Verstößen nachgeht.
  6. Bei unerwünschter Werbung per Post können Sie die Annahme verweigern. Liegt dem Schreiben ein Freiumschlag bei, umso besser. Der Empfänger zahlt das Porto. Welche Nachricht Sie ihm auf diese Weise übermitteln, bleibt ja Ihnen selbst überlassen.

Schutz vor Spam

Eine ganze Reihe Maßnahmen kann dazu beitragen, mit der unerwünschten Werbeflut fertig zu werden, oder sie gar nicht erst zu bekommen:

  • Seien Sie mit Daten zurückhaltend. Achten Sie darauf, wo Sie Ihre Mailadresse im Netz hinterlassen. Verwenden Sie Ihre Haupt-Mailadresse niemals für Einträge in Gästebüchern, Foren oder Newsgroups. Diese sind ein bevorzugtes Ziel für Spammer auf Adressenjagd. Wenn Sie unbedingt eine Mailadresse angeben müssen – was ja manchmal unvermeidlich ist – verwenden Sie eine Zweitadresse. Diese können Sie sich kostenlos einrichten lassen, etwa bei gmx oder web.de.
  • Gehen Sie auf Tauchstation. In vielen Spam-Mails finden Sie am Ende einen Link, mit dem Sie sich angeblich aus dem Adressverzeichnis des Spammers austragen, oder den Versand weiterer Botschaften stoppen können. Nutzen Sie dieses “Angebot” niemals! Es dient dem Versender meist nur dazu festzustellen, dass seine Mail tatsächlich angekommen ist und die Adresse wirklich existiert.
  • Passen Sie die Einstellungen Ihres Mailprogramms an. Öffen Sie Mails immer nur in der Textversion, niemals als html-Mail. Ein beliebter Trick von Spammer ist es, in html-Mails kleine Bilddateien zu verstecken, die beim Öffen von den Servern der Täter nachgeladen werden. So bekommen die Spammer eine „Rückmeldung“, dass ihre Werbe-Mail angekommen ist – völlig ohne ihr Zutun. Gleichzeitig ist damit Ihre Mailadresse verifiziert und freigegebenen für die nächsten Werbe-Mails.
  • Nutzen Sie Spamfilter. Viele Mailprogramme verfügen mittlerweile über Spam-Filter. Diese sollten Sie konsequent einsetzen. Auch Maildienste wie yahoo, gmx oder web.de setzen bereits entsprechende Filter ein. Im Internet findet man zudem eine ganze Reihe von kostenloser Filtersoftware für den Privatgebrauch.
  • Kaufen Sie niemals Produkte, die per Spam beworben wurden.