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Cookies und Flash-Cookies – Nutzen, Risiko, Verwaltung

Cookies -kleine Textdateien auf dem Rechner.

Cookies sind kleine Textdateien, die zum Risiko werden können. Bild: Marin Stefan/Fotolia.com

Als Cookies (englisch = Kekse, Krümel) bezeichnet man kleine Textdateien, die beim Besuch einer Webseite auf dem Rechner abgelegt werden. Das ist zwar technisch ungefährlich, kann aber schnell zur Gefahr für Ihre Privatsphäre werden. Gleiches gilt auch für Flash-Cookies. Warum, was Sie dagegen tun, und wie Sie Cookies löschen können, lesen Sie hier.

Cookies machen das Surfen im Internet erst richtig bequem. Denn auf der Textdatei, die beim Besuch einer Webseite auf Ihrem Computer abgelegt wird, speichert der Betreiber der Webseite Informationen, die im Laufe Ihres Besuchs immer wieder benötigt werden. Dank der „Kekse“ muss man zum Beispiel auf einem zugangsgeschützten Onlineangebot nicht ständig sein Passwort neu eingeben – weil man Dank des Cookies als autorisiert erkannt wird. Internet-Kaufhäuser wie amazon.com haben das Prinzip der Cookies perfektioniert: Sie melden sich einmal an. Bei einem späteren Besuch der amazon-Seiten werden Sie prompt mit Ihrem Namen begrüßt, Sie sehen sofort, welche Artikel Sie zuletzt angesehen oder gekauft haben und bekommen ähnliche Artikel empfohlen.

Wenn Cookies ordnungsgemäß und seriös eingesetzt werden, tragen sie also sehr zum Komfort beim Surfen bei.

 

So funktioniert der Cookie-Einsatz technisch

Wenn Sie eine Internetseite besuchen, wird Ihrem Computer eine kleine Textdatei  im Dateiformat .txt zugespielt und in ein Verzeichnis Ihres Internetbrowsers gelegt. Auf der Datei ist ein bestimmter Text vermerkt. Wenn Sie die Webseite das nächste Mal besuchen, sieht der Server auf Ihrem Browser nach, ob ein passendes Cookie vorhanden ist und welche Informationen darin vermerkt hat. Diese liest er aus – und kann sie dann zum Beispiel mit Ihrem Namen begrüßen oder anzeigen, was Sie bei Ihrem letzten Besuch auf der Seite gesehen oder getan hatten. Bei sogenannten Flash-Cookies wird die Datei nicht im Browser, sondern tiefer im System Ihres Computers abgelegt. Das weitere Funktionsprinzip ist aber gleich.

 

Flash-Cookies: Text-Krümel im Flash Player

Flash-Cookies funktionieren praktisch genauso wie normale Cookies. Der Unterschied: Sie werden nicht vom Browser wie Internet Explorer oder Firefox verwaltet, sondern vom Adobe Flash Player verwaltet. Das macht es Normal-Nutzern etwas schwieriger, sie zu kontrollieren oder gar zu löschen. Ab Adobe Flash Player 10.3 ist es allerdings durchaus möglich, Flash-Cookies über einen Eintrag in der Systemsteuerung von Windows zu kontrollieren und zu löschen.

Das Cookie-Verzeichnis eines Computers. Man sieht die Vielzahl verschiedener Cookies, die hier bereits abgelegt worden sind. Bild: Computerbetrug.de

 

Was auf Cookies gespeichert wird

Je nachdem, was der Seitenbetreiber vorsieht, sind auf der Textdatei unterschiedliche Informationen gespeichert. Oft sind es die Einstellungen oder Vorlieben, die Sie beim Seitenbesuch gewählt haben. Bei Onlineshops registrieren Cookies, welche Produkte Sie bereits in den Warenkorb gelegt haben. Bei Internetangeboten, die ein Passwort für den Zugang verlangen, kann auch dieses auf dem „Keks“ gespeichert werden.

 

Risiken und Gefahren von Cookies

Echten Schaden auf dem Rechner können Cookies nicht anrichten. Manipulationen auf Ihrem Computer sind durch die „Krümel“ nicht möglich. Sie dürfen also nicht mit so genannter Malware wie Viren oder Trojaner verwechselt werden. Allerdings können Cookies dazu verwendet werden, Ihre Surfgewohnheiten auszuforschen und ein so genanntes Surfprofil von Ihnen zu erstellen. Die Gefahren im Einzelnen:

  • Ausforschung: Am Beispiel des Onlineshops Amazon haben Sie gesehen, wie praktisch Cookies beim Surfen sein können. Doch die Speicherung Ihrer Einkaufsgewohnheiten hat seine Schattenseiten. Es ist nämlich kein Zufall, dass Sie auf derartigen Shopseiten nach der Anmeldung oft gleich passende Artikel zum Kauf empfohlen bekommen. Die Betreiber derartiger Seiten werten oft ganz genau aus, wer was wann gekauft oder angesehen hat – in Zusammenwirken mit den auf den Cookies gespeicherten Daten. Verbunden mit einer (früheren) Anmeldung, bei der oft auch Daten wie Alter, Wohnort oder Beruf abgefragt werden, können so bequem Kundenprofile erstellt und in internen Datenbanken abgespeichert werden. Was genau über Sie gespeichert ist, wissen Sie gerade bei ausländischen Unternehmen nicht, ebenso wenig, was mit Ihren Daten passiert.
  • Verfolgung Ihrer Daten-Spuren: Muss ein fremdes Unternehmen eigentlich wissen, auf welchen Seiten Sie gerne surfen? Genau das ist öfter der Fall, als Sie glauben. Denn gerade für große Unternehmen oder solche, die untereinander zusammenarbeiten, ist es Dank Cookies ein Leichtes, Ihre Surfgewohnheiten auszuforschen. Besuchen Sie die Seite eines dieser Unternehmen, wird ein Cookie auf dem PC abgelegt. Besuchen Sie später eine andere, entsprechend präparierte Seite, können diese Daten von deren Betreiber ausgelesen und in einer zentralen Datenbank gespeichert werden. Schon ist nachvollziehbar, welche Seiten Sie wann besucht haben, und welche Vorlieben Sie dort hatten. Die so genannten „Tracking-Cookies“ (verfolgende Cookies) sind die unangenehme Abart der Internet-Krümel.
  • Fehlende Transparenz: Welche Informationen genau von einem Webseitenbetreiber auf einem Cookie gespeichert werden, bleibt Ihnen in der Regel verborgen. Zudem können Sie in der Regel nicht wissen, wie lange der Cookie auf Ihrem Rechner gespeichert ist und wer alles darauf zugreift.

 

Cookies in der Werbeindustrie

Über Cookies können Firmen ein Nutzerprofil von Ihnen erstellen, also herausfinden und speichern, welche Vorlieben Sie im Internet haben, welche Waren Sie kaufen, welche Seiten Sie besuchen. Das funktioniert durch Werbenetzwerke: Beim Besuch auf der Webseite A wird Ihnen ein Cookie auf dem Computer abgelegt. Darin ist vermerkt, dass Sie sich auf Seite A Angebote für Pullover und Jeans angesehen haben. Nun besuchen Sie eine andere Webseite B mit dem gleichen Werbe-Vermarkter. Dieser ruft den Cookie von Seite A auf Ihrem Computer ab, liest ihn aus – und blendet Ihnen nun links und oben auf der Webseite B Werbung für Pullover und Jeans ein.

 

Cookie-Suchmaschine: Sehen, was auf Ihrem Rechner abgelegt werden soll

Wer wissen möchte, welche Cookies beim Besuch einer bestimmten Webseite gesetzt werden soll, kann die Cookie-Suchmaschine der Technischen Universität Berlin nutzen. Wer dort die Internetadresse einer Webseite eingibt, bekommt wenige Sekunden später angezeigt, welche Cookies dort verteilt werden, von wem diese stammen, wie lange sie gültig sind und ob sie sicher sind.

 

Die Cookie-Richtlinie der Europäischen Union

Das EU-Parlament verabschiedete 2009 mit der Richtlinie 2009/136/EG eine Änderung der Datenschutzrichtlinie für elektronische Kommunikation (2002/58/EG). Da diese Vorgabe auch den Umgang mit Cookies regelt, wurde sie als „Cookie-Richtlinie“ bekannt.

Entscheidend hier ist der neue Absatz 3 in Artikel 5 der Richtlinie:

5. Artikel 5 Absatz 3 erhält folgende Fassung:
„(3) Die Mitgliedstaaten stellen sicher, dass die Speicherung von Informationen oder der Zugriff auf Informationen, die bereits im Endgerät eines Teilnehmers oder Nutzers gespeichert sind, nur gestattet ist, wenn der betreffende Teilnehmer oder Nutzer auf der Grundlage von klaren und umfassenden Informationen, die er gemäß der Richtlinie 95/46/EG u. a. über die Zwecke der Verarbeitung erhält, seine Einwilligung gegeben hat. Dies steht einer technischen Speicherung oder dem Zugang nicht entgegen, wenn der alleinige Zweck die Durchführung der Übertragung einer Nachricht über ein elektronisches Kommunikationsnetz ist oder wenn dies unbedingt erforderlich ist, damit der Anbieter eines Dienstes der Informationsgesellschaft, der vom Teilnehmer oder Nutzer ausdrücklich gewünscht wurde, diesen Dienst zur Verfügung stellen kann.“

Wie diese Vorgabe in nationales Recht umgesetzt werden soll, ist noch unklar. Die Bundesregierung hat dies – trotz abgelaufener Frist – noch nicht getan.

 

Der richtige Umgang mit Cookies

Bei Internet-Browsern lässt sich einstellen, was mit angebotenen Cookies auf Ihrem Rechner geschehen soll. Hier gilt es für Sie, den für Sie geeigneten Mittelweg zwischen Komfort und Datenschutz zu finden.

Sitzungs-Cookies: Die harmlose Art der Cookies kann problemlos im Browser zugelassen werden. Sie verschwinden, sobald man die Internet-Session beendet oder den Rechner herunterfährt.

Tracking-Cookies: Die „verfolgenden“ Cookies sollten Sie entweder gar nicht erst zugelassen, zumindest aber sollten Sie diese regelmäßig löschen. Auch bei Cookies von Drittanbietern ist Zurückhaltung angesagt. Dies können Sie in Ihrem Browser wie der Internet Explorer oder der Mozilla Firefox automatisieren. Cookies finden und löschen können aber aber auch spezielle Programme wie „Ad-aware“ oder „Spybot Search&Destroy“. Beide Tools finden Sie in unserem Kapitel Downloads.

 

Cookies löschen

Wer Wert auf seine Privatsphäre legt, sollte regelmäßig in seinem Browser-Verzeichnis sauber machen – und unnötige Cookies löschen. Das ist problemlos möglich, etwa über Reinigungsprogramme wie den Eraser. Auch Tools wie Spybot Search & Destroy helfen beim Großreinemachen. Alternativ können Sie die Cookies auch von Hand löschen. Probleme sollten dadurch in der Regel nicht entstehen. folge der Cookie-Löshcung kann aber sein, dass sie sich auf Webseiten neu anmelden müssen, da Sie nicht mehr automatisch erkannt werden. Auch besondere Einstellungen auf Internetseiten – etwa von Ihnen gemachte Personalisierungen – sind durch die Löschung hinfällig und müssen neu gemacht werden.

 

Cookie-Einstellungen im Internet Explorer

Im Internet Explorer kommen Sie über Extras -> Internetoptionen -> Datenschutz -> Erweitert zu den Cookie-Einstellungen. Dort kann man die „automatische Cookiebehandlung“ aufheben. Bei „Cookies von Erstanbietern“ stellt man entweder „Annehmen“ oder „Eingabeaufforderung“ ein. Bei „Cookies von Drittanbietern“ empfiehlt sich die „Eingabeaufforderung“. Harmlose Sitzungscookies kann und sollte man „immer zulassen“.

 

 

Cookie-Einstellungen im Mozilla Firefox

Im Mozilla Firefox über Extras -> Einstellungen -> Datenschutz: Es empfiehlt sich, Cookies zu akzeptieren, „bis Firefox geschlossen wird“. Cookies von Drittanbietern sollten nicht akzeptiert werden, wenn man auf Datenschutz größeren Wert legt. Für einzelne, vertrauenswürdige Webseiten können Sie dabei auch Ausnahmen festlegen:

 

Flash-Cookies löschen

Flash Cookies zu löschen war lange Zeit gar nicht so einfach. Gerade Laien taten sich schwer, die Cookies unter Kontrolle zu bringen. Inzwischen funktioniert das Löschen von Flash Cookies aber doch recht problemlos auf dem Rechner.

Flash-Cookies löschen in Windows 7 und Vista

  • Öffnen Sie das Startmenü von Windows und klicken Sie auf Systemsteuerung.
  • Klicken Sie oben rechts auf „Kategorie“ und wählen aus dem Aufklappmenü „Große Symbole“ aus.
  • Klicken Sie auf „Flash Player“.
  • Wechseln Sie in die Registerkarte Speicher und klicken Sie auf die Schaltfläche „Alle löschen“.
  • Drücken Sie „Daten löschen“. Das war es.

Flash-Cookies löschen in Windows XP

  • Klicken Sie „Start“, dann „Systemsteuerung“
  • Klicken Sie auf den Eintrag Zur klassischen Ansicht wechseln und dann auf den Eintrag „Flash Player“
  • Gehen Sie zur Registerkarte „Speicher“ und klicken Sie auf „Alle löschen“.
  • Drücken Sie auf „Daten löschen“. Das war es.