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Nach Facebook-Party: Lehrling soll 215.000 Euro für Polizei-Einsatz zahlen

Weil er eine Facebook-Party beworben und damit einen Großeinsatz der Polizei ausgelöst hat, soll ein 20-Jähriger in Magdeburg insgesamt 218.000 Euro bezahlen. Diese Summe stellten ihm Stadt und Polizei in Rechnung.

Facebook-Party. Symbolbild: Lukas Sembera / Fotolia.com

Eine Einladung zu einer Facebook-Party in Magdeburg soll einen Lehrling jetzt 218.000 Euro kosten. Symbolbild: Lukas Sembera / Fotolia.com

Über Facebook war im Herbst 2012 zu einer Party in Magdeburg eingeladen worden. Das Problem: Die Einladung wurde nicht auf einen bestimmten Personenkreis begrenzt, sondern in dem sozialen Netzwerk öffentlich gemacht. Binnen kürzester Zeit erhielten über 40.000 Facebook-Mitglieder die Einladung – und 5500 sagten ihren Besuch in Magdeburg zu.

Die Stadt erließ daraufhin eine Verfügung, nach der Großveranstaltungen rund um jenen 5. Oktober, an dem die Facebook-Party stattfinden sollte, untersagt wurde. Zugleich rückte die Polizei mit einem Großaufgebot an. Mehrere Hundertschaften riegelten den betroffenen Stadtteil ab. Auch aus Sachsen und Niedersachsen bekamen die Beamten Verstärkung.  Bei anschließenden Krawallen durch Jugendliche, die wegen des Verbots ihren Frust abließen, erlitt ein Beamter laut MDR Verletzungen, mehrere Fahrzeuge wurden beschädigt.

Facebook-Party: Stadt und Polizei schicken Rechnung

Ein junger Mann, der die Facebook-Party beworben hatte, bekam dafür jetzt eine satte Rechnung präsentiert. Die Polizei stellte ihm laut Magdeburger Volksstimme für den Großeinsatz 215.503,30 Euro in Rechnung, die Stadt Magdeburg dazu per Kostenbescheid 2500 Euro. „Ich klickte einfach nur ,akzeptiert‘ und schrieb ,Klasse Party“, zitiert die Volksstimme heute den 20-Jährigen. Die Sache sei damals völlig außer Kontrolle geraten. Nach der Einladung seien auf Facebook plötzlich ein Bild mit brennenden Müllcontainern und dann mit Autos, die in Flammen stehen, hochgeladen worden.

Wie die „Welt“ berichtet, geht die Stadt Magdeburg nicht nur gegen den Lehrling, sondern gegen insgesamt 13 mögliche Mitveranstalter vor. Sie würden aktuell zur Sache gehört. Die junge Frau, die als Erste zu der Veranstaltung eingeladen hatte, hatte sich damals umgehend von der Angelegenheit distanziert und ihr Fehl-Posting gelöscht.

Facebook-Partys sorgen immer wieder für Ärger

Facebook-Party sorgen seit Jahren immer wieder für Ärger. Das soziale Netzwerk bietet die Möglichkeit, per Knopfdruck andere Facebook-Mitglieder zu einer Veranstaltung einzuladen. Dabei muss festgelegt werden, ob nur persönliche Kontakte die Einladung erhalten sollen oder ob diese für alle sichtbar ist – und vor allem auch an Dritte weitergegeben werden kann. Alle paar Monate geschieht es so, dass ein Einladender seine Veranstaltung bei Facebook öffentlich macht und hunderte oder gar tausende Gäste zusagen. Kommungen und Einsatzkräfte reagieren in der Regel sehr allergisch auf derartige Veranstaltungen. Wenn ein Verantwortlicher identifiziert wird, stehen ihm Ärger und Kosten ins Haus. Die jetzt in Magdeburg eingeforderten 218.000 Euro dürften für Deutschland allerdings einen bisherigen Rekord darstellen.

Facebook: Unsere Tipps für einen sicheren Umgang

Wie man mit Facebook sicher umgeht und Ärger und Kosten vermeidet, lesen Sie bei Computerbetrug.de in einem eigenen Kapitel.