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Schockanrufe: Polizei fasst zwei Tatverdächtige

Mit sogenannten Schockanrufen ziehen Kriminelle seit Monaten arglosen Menschen im ganzen Bundesgebiet das Geld aus der Tasche. In Bayern ist es der Polizei jetzt gelungen, zwei Tatverdächtigen das Handwerk zu legen.

Die Masche bei Schockanrufen ist so dreist wie erfolgreich. Bild: ccfranken – Fotolia.com

Die Masche bei Schockanrufen ist so dreist wie erfolgreich: Eine Person gibt sich am Telefon als Rechtsanwalt, Polizist oder Arzt aus und teilt dem Angerufenen mit, dass ein Verwandter einen Unfall verursacht habe. Ein Kind sei schwer verletzt worden und müsse sofort operiert werden, heißt es da zum Beispiel. Und der Verwandte würde außerdem sofort verhaftet. Um dem Verwandten oder angeblichen Unfallopfer helfen zu können, fordert der Anrufer dann eine hohe Geldsumme.  Noch während des Telefonats oder kurz danach klingelt ein Komplize des Täters an der Haustüre und lässt sich das geforderte Geld in bar übergeben.

Natürlich ist an der Geschichte selbst nichts dran. Die Kriminellen setzen schlichtweg darauf, dass das geschockte Opfer nicht lange nachdenkt und das Geld herausgibt. Wie viele Menschen auf Schockanrufe schon hereingefallen sind, ist unklar. Tatsache ist, dass vor allem Einwanderer – und hier vor allem solche aus Russland – im Visier der Kriminellen stehen. Die Masche selbst gibt es seit mehreren Monaten in Deutschland.

Abzocker wollten bei Schockanruf  20.000 Euro kassieren

In Bayern ist der Polizei jetzt immerhin ein Schlag gegen solche Betrüger gelungen. Opfer sollte hier eine 79-jährige Aussiedlerin werden. Sie erhielt eine telefonische Nachricht, dass ihre Tochter ein kleines Kind überfahren habe. Die  Operation des Kindes würde 20.000 Euro kosten, bei Zahlung an einen Abholer könne die Polizei herausgelassen werden.

Die Seniorin war jedoch so clever, gleich ihren Sohn und ihren Enkel hinzuzuziehen, berichtete die Polizei. Tatsächlich kam dann ein Mann zur Wohnung der Rentnerin um das Geld abzuholen. Statt Geld warteten auf ihn jedoch die beiden Verwandten der Seniorin. Sie hielten den Kriminellen fest bis die Polizeistreife eintraf und den 35jährigen Litauer festnahm.

Die Polizei nahm bei einer Sofortfahndung dann auch den Bruder des Litauers fest. „Aufgrund der sichergestellten Mobiltelefone und weiterer Unterlagen steht fest, dass die beiden Brüder noch weitere derartige Taten geplant hatten“, so die Polizei. Gegen beide Männer wurde Haftbefehl wegen versuchten Betrugs und Urkundenfälschung erlassen. Die Kripo Augsburg ermittelt nun, für welche Fälle das Brüderpaar noch in Frage kommt.