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Kriminalstatistik: Zahl der Computer-Attacken 2011 stark gestiegen

Die Zahl der Computer-Attacken ist im vergangenen Jahr stark angestiegen. Das geht aus der Kriminalstatistik hervor, die heute veröffentlicht wurde. Demnach stieg die Zahl der sogenannten DoS-Attacken 2011 um rund 84 Prozent auf 4.644 Fälle. Doch es gibt auch gute Nachrichten.

Symbolbild: seeyou/Fotolia.com

Insgesamt erfassten die deutschen Polizeidienststellen im vergangenen Jahr 84.981 Fälle von sogenannter Computerkriminalität. Das war ein leichter Anstieg von 0,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 2010 waren in Deutschland 84.377 Computer-Delikte erfasst worden.

Besonders stark nahmen dabei laut Polizeilicher Kriminalstatistik 2011 (Download im pdf-Format) die Fälle von „Fälschung beweiserheblicher Daten und Täuschung im Rechtsverkehr bei der Datenverarbeitung“ zu. Übersetzt handelt es dabei um Fälle von Phishing, also Versuchen, mit gefälschten Mails und Webseiten an Passworte, TANs oder Kreditkartendaten zu kommen. Hier verzeichneten die Ermittler einen Zuwachs um zwölf Prozent auf 7671 Fälle.

Ebenfalls einen starken Anstieg verzeichnete die Polizei bei Computer-Angriffen wie DoS und DDoS-Attacken. In solchen Fällen greifen Kriminelle über das Internet Computeranlagen an mit dem Ziel, Webseiten durch Überlastung unbrauchbar zu machen. Registriert wurden vergangenes Jahr bundesweit 4644 solcher Fälle, ein Zuwachs um 84 Prozent.

Wie es zu den starken Anstiegen kommt, geht aus der Kriminalstatistik selbst nicht hervor. Einerseits könnte die Zahl der Angriffe tatsächlich zugenommen haben, andererseits hat sich möglicherweise auch das Anzeigeverhalten betroffener Firmen und Computernutzer geändert.

Aufklärungsquote bei Computerkriminalität bei 32,6 Prozent

Quelle: Polizeiliche Kriminalprävention

Die Aufklärungsquote lag bei Computerkriminalität im vergangenen Jahr bei 32,6 Prozent. Das Bundesinnenministerium betonte, gerade im Bereich der Cyber-Attacken handle es sich um „Deliktfelder, in denen wir aufgrund der besonderen Beweisanforderungen auch bei den Strafverfolgungsbehörden spezielles Fachwissen benötigen.“  Derzeit werde ein „abgestimmtes Aus- und Fortbildungskonzept für Ermittler erarbeitet, um Fälle von Internet- und Computerkriminalität besser bekämpfen und aufklären zu können. “

In fast allen Bundesländern seien zwischenzeitlich zentrale Fachdienststellen zur ausschließlichen Bearbeitung von qualifizierten Delikten der sogenannten Cybercrime eingerichtet worden. Diese dienten auch als zentrale Ansprechstelle für die Wirtschaft und andere Stellen fungieren.

Weniger Betrug im Internet erfasst

Leicht gesunken ist im Jahr 2011 die Zahl der Straftaten, bei denen das Internet lediglich Mittel zum Zweck war. Hier wurden vergangenes Jahr 222.267 Straftaten erfasst, im Vorjahr waren es noch 246.607 Fälle – ein Rückgang von 9,9 Prozent. Überwiegend handelte es sich dabei um Betrugsdelikte (167.787 Fälle), die über das Web abgewickelt wurden. Die illegale Verbreitung pornographischer Schriften über das Internet ging laut Innenministerium von 5.278 Fällen auf 5.168 Fälle zurück. Auffällig gestiegen seien dagegen die Fälle, in denen Daten ausgespäht oder abgefangen wurden.

In die Polizeiliche Kriminalstatistik fließen alle Fälle ein, die von der Polizei erfasst und an die Staatsanwaltschaft abgegeben wurden. Sie berücksichtigt nicht, ob es dann tatsächlich zu einer Verurteilung oder einer Strafe kommt.