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Weißer Kleinbus vor Schule: Falsche Facebook-Meldung verunsichert Eltern

Ein weißer Kleinbus vor der Schule. Unbekannte, die Kinder ansprechen: Diese Warnung verbreitet sich derzeit rasant über Facebook und verunsichert bundesweit Menschen. Wohl zu Unrecht: Es handelt sich um einen sogenannten Hoax, eine Falschmeldung.

Über Facebook verbreitet sich derzeit eine Warnung vor einem weißen Kleinbus vor Schulen. Bild: Computerbetrug.de

Seit einigen Wochen gehen bei Polizeidienststellen in ganz Deutschland Hinweise auf einen mysteriösen weißen Bulli ein. Der Kleinbus sei vor einer Schule gestanden, ein oder mehrere Unbekannte hätten Schüler angesprochen und sie aufgefordert, in den VW Bus zu steigen, heißt es. Eltern reagieren entsprechend verunsichert – zumal sich die Warnung vor dem weißen Kleinbus schneeballartig über Facebook verbreitet.

Verfolgt man diese zigfach „geteilte“ Facebook-Nachricht genauer, stellt man allerdings fest, dass der dubiose weiße Bus plötzlich überall im Bundesgebiet und sogar in den Nachbarstaaten auftaucht. Und nicht nur das: Die unbekannten „Entführer“ sind scheinbar gleichzeitig an Orten aktiv, die mehrere hundert Kilometer voneinander entfernt sind.

Tatsächlich, darüber sind sich die Ermittler mittlerweile einig, dürfte es sich bei dem weißen Kleinbus jedoch nur um ein Phantom handeln. Im Internet spricht man dabei von einem Hoax oder einer Urban Legend, einer modernen Legende. Möglicherweise hat es  tatsächlich irgendwo im Bundesgebiet einen Vorfall gegeben, bei der ein solcher Kleinbus vor einer Schule auftauchte. Diese Meldung verbreitete sich dann aber rasend schnell weiter, wurde nach dem Prinzip der „stillen Post“ immer wieder etwas verfälscht weitergegeben und bekam durch soziale Netzwerke wie Facebook zusätzlichen Schwung.

Die Folgen sieht man jetzt: Fast jeder hat gehört oder gelesen – oder selbst verbreitet – , dass genau in seiner Stadt ein weißer Bulli vor der Schule stand und die Insassen Schüler ansprachen – bei Gütersloh ebenso wie im Allgäu, in Paderborn, in Herford, in Warendorf und im österreichischen Klagenfurt. Im Raum Konstanz soll der weiße Bulli sogar schon im Frühjahr gesichtet worden sein.

Polizei: „Nichts Wahres dran“

„Da wir den Ursprung der Facebook-Warnung nicht kennen, ist es nicht mehr nachvollziehbar, ob es irgendwo in Deutschland einen realen Vorfall gegeben hat. Wir gehen derzeit von keiner erhöhten Gefahr aus“, erklärt jedenfalls Jochen Brauneck, Leiter der Direktion Kriminalität der Kreispolizeibehörde Paderborn.“Wir haben absolut nichts gefunden, dass einen Verdacht erhärten könnte“, heißt es bei der Polizei in Kempten im Allgäu. „An dieser Warnung ist wirklich nichts Wahres dran“, sagt eine Sprecherin der Polizei in Gütersloh.

Daran erkennen Sie Falschmeldungen, Fakes und Hoaxes

Hoaxes, also rasend schnell verbreitete Falschmeldungen im Internet, sind nicht leicht zu erkennen. Aber es gibt Hinweise, bei denen Sie misstrauisch sein sollten:

  • Hoaxes warnen häufig vor einer scheinbar akuten Gefahr: Verbrecher auf Kinder-Jagd, gefährliche Viren, drohende Attentate sind einige Beispiele.
  • Der Tonfall der Meldung ist meist drängend, dramatisch, atemlos.
  • Hoaxes werden in der Regel mit der Bitte veröffentlicht, die Nachricht so schnell wie möglich weiterzuverbreiten („Bitte gebt diese Meldung allen weiter, die ihr kennt“).
  • Die Fakten, die der Meldung zugrunde liegen, sind kaum nachprüfbar. Ebenso bleibt die Ursprungsquelle meist im Dunkeln.
  • Der geschilderte Vorfall soll sich an verschiedenen Orten abgespielt haben, der Wortlaut der Meldung ist aber überall nahezu identisch.

Was tun gegen Hoaxes?

  • Tragen Sie zur Beruhigung bei. Weisen Sie Verbreiter der Nachricht darauf hin, dass es sich um eine Falschmeldung handelt.
  • Verbreiten sie Falschmeldungen keinesfalls weiter.

Mehr zum Thema Sicherheit und Falschmeldungen bei Facebook lesen Sie bei uns in einem eigenen Kapitel.

 

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