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Branchenbuch-Eintrag: Vorsicht vor „Gelbes Branchenbuch“

Wer derzeit eine Mail mit dem Betreff „Ihr Eintrag im Branchenbuch 2010/2011“ bekommt, sollte ganz genau hinsehen. Eine vorschnelle Unterschrift kann über 1500 Euro kosten.

Zahllose Firmen und Gewerbetreibende erhalten derzeit Mails mit dem Betreff „Ihr Eintrag im Branchenbuch 2010/2011“. Der Inhalt klingt ziemlich offiziell. Ein „Gelbes Branchenbuch Team“ informiert darin unter Bezug auf § 33 des Bundesdatenschutzgesetzes über einen Eintrag in ein „Gelbes Branchenbuch“:

„Sehr geehrte Damen und Herren,

gemäß § 33 des deutschen Bundesdatenschutzgesetzes informieren wir Sie über Ihren Eintrag im Gelben Branchenbuch 2010/2011.

Firmenname : xxx

Firmenzusatz :

Branche :

Anschrift :

(…)

Wir bitten Sie freundlichst, die Daten zu überprüfen sowie den Anhang und diesen gegebenfalls an uns per Fax zu retournieren. Es ist auch eine reine formlose Datenkorrektur möglich.

Angehängt ist der Mail ein Formular, das mit „Gelbes Branchenbuch“ und „Eintragungsantrag“ überschrieben ist. „Zur hervorgehobenen Aufnahme in unser Branchenverzeichnis im Internet bitten wir Sie bei Annahme dieses Angebotes, Ihre Firmendaten zu überprüfen und uns diesen Eintragungsauftrag (…) zurück zu senden„, heißt es in diesem Formular.

Dann werden die Daten der angeschriebenen Firma wiederholt, gefolgt von einer Menge Fließtext. Und genau dieser Text hat es in sich. Hier heißt es nämlich, dass man mit seiner Unterschrift einen „Premium Business Eintrag“ auf einer Webseite mit der Adresse www.gelbesbranchenbuch.com buche – zu einem Jahrespreis von 780 Euro bei zwei Jahren Laufzeit.

Wer glaubt, die Mail stamme von einem renommierten Verlag wie den Gelben Seiten, irrt sich. Verantwortlich für die fragwürdigen Mails zeichnet eine GBB Ltd. mit der Adresse Trust Company Complex, Ajeltake Rd., Ajeltake Island, Majuro, Marshall Islands. Dass sich die GBB Ltd. in ihrem Schreiben dann auch noch auf einen Gerichtsstand Prag und tschechisches Recht beruft, rundet das Bild nur ab.

Grundsätzlich gilt: Wer Mails, Briefe oder Faxschreiben für Branchenbucheinträge bekommt, sollte immer ganz genau hinsehen. In der Adressbuch-Branche tummeln sich neben den seriösen Anbietern leider auch schwarze Schafe, die für fragwürdige Leistungen hohe Summen verlangen.

Mehr zum Thema auch bei Antispam.de und bei der Verbraucherzentrale Bayern.