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Opfer wehrte sich: Opendownload.de gibt auf

Widerstand lohnt doch: Ein wehrhaftes Opfer hat den Betreibern der umstrittenen Seite Opendownload.de eine heftige Niederlage vor Gericht eingebracht.

Opendownload.de sorgt seit vielen Monaten im Internet für Angst und Schrecken. Tausende Menschen landen bei der Suche nach kostenlosen Software-Programmen auf Opendownload.de – und erhalten eine Rechnung, wenn sie dort ihre Daten eintragen. Begründung der Betreiberforma Content Services Limited: Sie hätten ja einen kostenpflichtigen Vertrag abgeschlossen.

Viele Opfer lassen sich von den Rechnungen und den anschließenden Inkasso- und Anwaltsbriefen derart einschüchtern, dass sie die fragwürdigen Forderungen tatsächlich bezahlen.

Nicht so ein Betroffener aus Issum. Er weigerte sich, die 96 Euro für den 12-Monats-Zugang zu bezahlen und ließ die Forderung über seine Anwaltskanzlei Richter in Berlin zurückweisen. Als die Betreiber von Opendownload.de daraufhin ihren Inkassoanwalt Olaf Tank einschalteten, ging das Opfer noch einen Schritt weiter: Sein Anwalt erhob vor Gericht negative Feststellungsklage. Heißt: Ein Gericht sollte ausdrücklich feststellen, dass den Betreibern von Opendownload.de kein Geld zusteht.

Die Opendownload-Chef schalteten nun ihren Münchner Anwalt ein. Der erklärte auf 15 Seiten, warum seiner Meinung nach Anmeldung und Vertragsschluss auf Opendownload.de korrekt abliefen und Opfer folglich bezahlen müssten.

Doch das Amtsgericht Mannheim glaubte davon kein Wort. Weil der Anwalt im ersten Prozess nicht zur Verhandlung kam, erging gleich einmal ein Versäumnisurteil. Darin stellte das Gericht fest, dass das Opendownload-Opfer die 96 Euro nicht bezahlen müsse.

Die Content Services Limited ließ das zwar nicht auf sich sitzen und legte Einspruch ein. Doch auch im zweiten Prozess blieb das Amtsgericht bei seiner Meinung: Opfer von Opendownload.de müssen die geforderten 96 Euro nicht bezahlen.

Die Betreiber von Opendownload.de gaben daraufhin auf. Sie teilten mit, dass sie auf die 96 Euro verzichten. Außerdem seien sie bereit, sämtliche Kosten des Opfers zu übernehmen, berichtet Rechtsanwalt Stefan Richter, der den Betroffenen so erfolgreich vertrat.

Der Fall zeigt einmal mehr sehr deutlich, wie das Geschäftsmodell der Abofallen im Internet funktioniert: mit leeren Drohungen. „Nichts fürchten die Abzocker so sehr, als dass ihre sorgfältig aufgebaute Drohkulisse enttarnt wird und der Kaiser plözlich nackt in der Menge steht“, kommentiert auch Anwalt Richter.

Opfer von Abo- und Kostenfallen im Internet tun also gut daran, sich niemals einschüchtern zu lassen. Wenn es wirklich ernst wird, knicken die Täter ein und geben auf.