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Österreich: Top-Ten der dubiosen Seiten veröffentlicht

Im Internet tummeln sich immer mehr schwarze Schafe, die auf Kosten argloser Verbraucher kassieren wollen. In Österreich wurde jetzt eine Top-Ten der dubiosen Internet-Dienste veröffentlicht. Mit dabei: viele Namen, die auch in Deutschland für Ärger sorgen.

Exakt 7353 Beschwerdefälle wurden 2008 beim österreichischen Internet Ombudsmann (www.ombudsmann.at) – eine Art Landes-Verbraucherzentrale – mit der Bitte um Unterstützung und außergerichtliche Streitschlichtung gemeldet.

Die österreichische Streitschlichtungsstelle präsentierte nun eine Top Ten der Internetangebote mit den meisten Beschwerden 2008. Die Namen dürften auch deutschen Verbrauchern bestens bekannt sein. Denn wie der ORF berichtet, handelt es sich um folgende Seiten und Angebote:

* 418 www.magolino.de Magolino GmbH
* 354 www.opendownload.de Content Services Ltd
* 260 www.pixtronic.de Yamino Promotions GmbH
* 195 mega-downloads.net Load House FZE (früher Easy IT-Solutions)
* 150 www.nachbarschaft24.net Netsolutions Trading FZE
* 144 www.p2p-heute.com Redcio OHG (früher Gebr. Schmidtlein)
* 136 www.genealogie.de Go Web Ltd. (früher Ahnenforschung Ltd.)
* 134 www.technikmonster.de Yamino Promotions GmbH
* 131 www.routenplaner-server.com Go Web Ltd.
* 111 www.geburtstags-infos.de Go Web Ltd.
* 103 www.gedichte-server.com Go Web Ltd.

Über Dienste wie magolino, nachbarschaft24, mega-downloads.net, opendownload.de oder auch routenplaner-server.com wird auch im Forum von Computerbetrug.de seit langer Zeit diskutiert. Tausende Opfer fielen auf diese Seiten herein, bekamen nach der Anmeldung plötzlich Rechnungen und Mahnungen.

Immerhin: Wer standhaft blieb und nicht zahlte, verlor bei all diesen „Diensten“ bis heute keinen einzigen Cent. Auch zu den angedrohten Gerichtsprozessen kam es nicht. Kein Wunder: Dubiose Internetdienste beruhen in der Regel auf dem Prinzip von Angst und Einschüchterung. Wer fragwürdigen Anbietern Stand hält, hat nichts zu befüchten. Wer trotz erheblicher Zweifel bezahlt, weil es vermeintlich sicherer oder bequemer ist, fördert das System der Abzocke mit.

Im soeben abgeschlossenen ersten Quartal 2009 stieg die Anzahl der beim österreichischen Internet Ombudsmann gemeldeten Probleme sprunghaft an. Im März 2009 wurden erstmals in der zehnjährigen Geschichte der Streitschlichtungsstelle über 1000 Beschwerden innerhalb eines einzigen Monats eingereicht. Im gesamten ersten Quartal waren es 2.757 Beschwerden (1. Quartal 2008: 1.716 Beschwerden).

„Wenn die negative Entwicklung des ersten Quartals so weiter geht, könnten 2009 über 11.000 Streitschlichtungsfälle mit enormen Schadenssummen auf uns zukommen. Das wäre ein Anstieg von Problemen beim Online-Shopping um beinahe 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr“, sagte Bernhard Jungwirth, Projektleiter Internet Ombudsmann.

Die Entwicklung dürfte in Deutschland ähnlich sein. Auch hier versuchen immer mehr skrupellose Abzocker, Internetnutzer durch Kostenfallen um ihr Geld zu bringen. Und  Verbraucherpolitik und Strafjustiz sehen diesem Treiben bisher machtlos – möglicherweise auch ahnungslos – zu. Zwar hatte der damalige Bundesverbraucherminister und heutige bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) im März 2008 angekündigt, den Abofallen im Internet eine Ende zu setzen; passiert ist seitdem aber nichts.