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Abzocke per Google: So locken Abo-Gangster Opfer in die Falle

Zehntausende Menschen fallen jeden Monat auf Abofallen im Internet herein. Aber warum landen eigentlich so viele Verbraucher in der Falle? Die Antwort ist so einfach wie erschreckend: Google. Und der Suchmaschinen-Gigant verdient an den üblen Tricks kräftig mit.

Jeden Abend, pünktlich zwischen 19 und 21 Uhr, beginnt das Spiel. Fragwürdige Geschäftemacher wie die Betreiber von opendownload.de und ähnlicher Seiten werfen ihre Netze aus. Im Visier: Internetnutzer, die über Google nach kostenloser Software suchen. Und das sind viele: In Deutschland besitzt der Suchmaschinen-Gigant einen Marktanteil zwischen 80 und 90 Prozent.

Abo-Abzocker machen sich das zunutze. Sie buchen bei Google Werbung. Das heißt: Sobald ein Internetnutzer nach einem bestimmten Stichwort sucht, wird die Werbung der Täter prominent über oder neben den eigentlichen Suchergebnissen angezeigt.

Gerade für unerfahrene Internetnutzer ist der Unterschied zwischen „echtem“ und „gekauftem“ Treffer offensichtlich kaum erkennbar. Und das ist gefährlich. Denn die Abo-Abzocker lassen ihre Werbung passend zu den Namen bekannter Freeware-Programme einblenden. Etwa zu OpenOffice. Wer nach diesem Programm googelt, wird abends regelrecht überschüttet mit scheinbar attraktiven Download-Angeboten:

 

Die Angebote haben alle den gleichen Haken: Sie führen zu Internetseiten, auf denen die eigentlich kostenlose Software teuer wird. Wer sich nämlich dort für den Download anmeldet, bekommt wenig später eine Rechnung für einen angeblich geschlossenen Abo-Vertrag zugeschickt.

OpenOffice ist nicht der einzige Fall, bei dem fragwürdige Anbieter für fremde Programmierleistungen abkassieren wollen. Auch mit dem kostenlosen Bildbetrachter Irfanview gehen Abzocker per Google auf Opferjagd:

Auch das Software-Unternehmen Adobe lässt sich völlig ungerührt den guten Namen von Trittbrettfahrern ruinieren. Besonders pikant: Hier mischen sich die Abzocker mitten hinein zwischen seriöse Unternehmer, die ebenfalls mit oder für Adobe werben:

Und auch der Name des kostenlosen Virenschutz-Programms Antivir wird von dubiosen Anbietern bei Google missbraucht.

Wer hier auf den gelb unterlegten Link klickt, landet direkt auf einer Brückenseite namens antivirus-download24.org:

Und diese wiederum führt dann direkt zu opendownload.de – eine Seite, die seit über einem Jahr massenhaft Verbraucher in die Falle lockt:

So wie OpenOffice, Antivir, Irfanview, Divx Player, CCleaner oder Adobe missbrauchen fragwürdige Geschäftemacher dutzende weitere Firmen- und Programmnamen für ihre Masche.

Doch auch Google selbst macht gutes Geld mit der Abzocke. Denn wenn die Täter in der Suchmaschine Werbung schalten, kassiert Google (Slogan: „Don’t be evil“ – sei nicht böse) bei jedem Klick mit. Sobald ein argloses Opfer in die Link-Falle tappt, klingelt beim Suchmaschinen-Giganten die Kasse.

Umso vorsichtiger müssen Verbraucher sein. Wer über Google nach Software sucht, sollte unbedingt prüfen, ob er ein echtes Suchergebnis oder einen gekauften Werbelink vor sich hat. Spätestens, wenn man für den Download eines kostenlosen Programms Name, Adresse und Mailkontakt angeben soll, müssen alle Alarmglocken klingeln. Denn dann ist es nicht unwahrscheinlich, dass wenig später Rechnung, unerwünschte Werbung – oder beides ins Haus flattert.

Und Google kassiert.