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Software-Stream.de: Gefälschter Firefox manipuliert Computer

Internetnutzer aufgepasst: Über die Seite Software-Stream.de wurde zeitweise eine manipulierte Version des Mozilla Firefox verbreitet. Wer sich den Browser installiert, kann plötzlich Dutzende Verbraucherseiten nicht mehr besuchen. Auch andere Programme dort waren entsprechend präpariert. Der Grund: Verbraucher, denen auf Software-Stream.de ein vermeintlicher Vertrag untergeschoben wird, sollten offenbar daran gehindert werden, Hilfe im Netz zu suchen.

Der Mozilla Firefox ist vor allem wegen seiner hohen Sicherheit beliebt. Der kostenlose Browser darf von jedermann unters Volk gebracht werden. Genau das geschah auch auf der Seite Software-Stream.de. Doch wer sich dort das prominent angepriesene Programm herunterlud bekam ein Problem. Denn diese Version des Firefox ist nicht das Original, sondern ein Trojaner.

Im Gegensatz zum echten Mozilla Firefox wurden bei dieser manipulierten Form des Browsers bei der Installation persönliche Daten wie Name, Adresse und Mailadresse abgefragt:

Doch die Dreistigkeit geht noch weiter. Wenn man den angeblichen Firefox installierte, spielte das Programm heimlich eine manipulierte hosts-Datei auf den Computer des Opfers. Die hosts-Datei ist eine System-Datei, auf der die Adressen besonders wichtiger Internetserver gespeichert werden. Bei der Internetnutzung prüft der Computer kurz in der hosts-Datei, unter welche Adresse die gesuchte Seite zu finden ist – er „löst den Namen auf“, so der Fachbegriff.

Rund 100 Internetadressen blockiert

Im Fall des manipulierten Firefox von Software-Stream.de wurde diese Funktion allerdings missbraucht. Denn statt das Surfen zu erleichtern, blockierte das manipulierte Programm über die hosts-Datei rund 100 Internetadressen, die der betroffene Nutzer fortan nicht mehr besuchen kann.

Bei diesen ausgesperrten Seiten handelte es sich in vielen Fällen um Webseiten, auf denen Verbraucher und abgezockte Internetsurfer Tipps und Hilfe bekommen.

Die Liste der gesperrten Verbraucherschutz-Seiten reichte von Antispam.de und Computerbetrug.de über frag-einen-Anwalt.de, abzocknews.de, gutefrage.net, forum.boocompany.com, und infopirat.com bis hin zu nicht-abzocken.eu.


Ausschnitt der manipulierten hosts-Datei

Der Grund für diese technische Manipulation scheint offensichtlich. Seit mehreren Jahren schon werden Verbraucher im Internet mit untergeschobenen Verträgen abgezockt – und finden Hilfe auf Seiten wie Computerbetrug.de, Antispam.de oder Hintergrundinformationen bei abzocknews.de. Wenn sie die hilfreichen Verbraucherschutzseiten nicht besuchen können, bleiben sie allein mit ihren Problemen – und sind von dubiosen Geschäftsmachern einfacher unter Druck zu setzen.

Nicht auszuschließen, dass auch die Betreiber von Software-Stream.de genau auf diesen Effekt setzten. Immerhin warben sie derzeit in diversen Foren, Blogs und auf Seiten ganz offensiv für „ihren“ Firefox – natürlich ohne zu erwähnen, dass bei der Installation Kosten entstehen sollen und der Computer heimlich manipuliert wird.

Der Mozilla Firefox ist nicht einmal das einzige manipulierte Programm, das über Software-Stream.de verbreitet wurde. So sperrten auch das Brennprogramm Nero und Adobe Flash, die auf der Seite zum Download angeboten werden, die verschiedenen Verbraucherschutz-Seiten aus.

Wieviele der Programme auf Software-Stream.de noch die Computer argloser Nutzer entsprechend manipulierten, ist unklar.

Betroffene prüfen rechtliche Schritte

Die Betreiber der blockierten Info-Seiten wurden von den Verbraucherschützern über den Vorgang informiert. In mehreren Fällen werden bereits zivil- und strafrechtliche Schritte geprüft. Auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) wurde eingeschaltet. Den Experten wurden, bzw. werden Protokolle, Dateien und gesicherte Beweise übermittelt.

Betrieben wurde die Seite Software-Stream.de von einer gewissen „ontheRoad Networx“ in Rostock. Dabei handelte es sich aber offenbar nur um ein neues Tarnmäntelchen für einen bereits hinlänglich in der Szene bekannten Jungunternehmer.

Opfer, die auf der Seite Software-stream.de etwas heruntergeladen und installiert haben, werden möglicherweise in Kürze Rechnungen bzw. Mahnungen bekommen, vielleicht auch von einem Inkassobüro oder Anwalt.

Der Rat: Nicht bezahlen

Der Rat von Antispam.de und computerbetrug.de: Zahlen Sie nicht, ignorieren Sie die Mahnungen. Mit der Weitergabe Ihrer persönlichen Daten und anhand des kleingedruckten Preishinweises während des Installationsvorgangs kommt nach unserer Auffassung kein rechtlich wirksamer Vertrag zustande.

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