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Falsche Termine: 0137-Abzocker rufen Mediziner und Praxen an

Ärzte und Heilpraktiker aufgepasst: 0137-Abzocker haben es derzeit auf die Gesundheitsbranche abgesehen. Doch auch andere Berufssparten müssen mit Betrügereien am Anrufbeantworter rechnen.

Der oder die Täter rufen seit einiger Zeit ganz gezielt in den Abendstunden und an den Wochenenden Firmen und Praxen aus der Gesundheits- und Medizinbranche an. Auf dem Anrufbeantworter der potenziellen Opfer bitten die Täter um einen Behandlungstermin und hinterlassen eine Rufnummer – eine teure 0137-Nummer. Wer den Schwindel nicht sofort merkt und die 0137-Nummer anruft, ist einen Euro los – für nichts.

Betroffen von der massenhaften Abzocke sind Arztpraxen ebenso wie Logopäden, Krankengymnasten oder Heilpraktiker.

Zwei der missbrauchten 0137-Nummer hat die Bundesnetzagentur (BNetzA) unlängst abschalten lassen. Es handelt sich um die Nummer 01377377905 und die 01377378021. Außerdem verbot die Agentur der Rechnungslegung und Inkassierung rückwirkend ab 18.06.2008. Das heißt: Wer auf seiner Telefonrechnung Verbindungsgebühren für diese Nummern findet, muss das Geld nicht bezahlen, bzw. sollte seine Telefongesellschaft auffordern, das Geld gutzuschreiben. Die Täter selbst dürften höchstwahrscheinlich ungeschoren davonkommen – wie so oft in diesen Fällen.

Die Gesundheitsbranche ist nicht die einzige Sparte, die von 0137-Abzockern heimgesucht. Erst vor kurzem etwa gab es eine ähnliche Welle von Lockanrufen, mit der Handwerker um ihr Geld gebracht werden sollten. Und es muss durchaus befürchtet werden, dass demnächst auch weitere Branchen durchtelefoniert werden.

So fallen Sie nicht auf die Abzocke herein

Um nicht selbst zum Opfer von Lockanrufen zu werden, beachten Sie folgende Tipps:

  • Hören Sie bei Nachrichten auf dem Anrufbeantworter genau hin: Hat da tatsächlich ein echter Mensch angerufen – oder handelt es sich um eine automatisierte Computeransage?
  • Prüfen Sie die Nummer, die Sie zurückrufen sollen, genau. Vorsicht bei Nummern, die mit 0137 oder 0900 beginnen. Dabei handelt es sich um Service-Nummern, bei denen der Nummerninhaber mitverdient. Für Sie als Anrufer können dabei schnell mehrere Euro Kosten auflaufen.
  • Trauen Sie niemandem, der Ihnen am Telefon einen Gewinn verspricht – vor allem dann nicht, wenn Sie für den Abruf des Gewinnes eine 0137 oder 0900-Nummer anrufen sollen.
  • Lassen Sie telefonische Betrugsversuche nicht einfach auf sich beruhen. Werden Sie aktiv, informieren Sie per Mail die Bundesnetzagentur (rufnummernspam(at)bnetza(dot)de) und bei entstandenen Schäden auch Ihre örtliche Polizei. Wenn Sie nichts tun, können die Täter immer weiter ihrem schmutzigen Geschäft nachgehen.
  • Informieren Sie Freunde, Verwandte und Kollegen über den Missbrauch teurer Nummern. Je mehr Menschen Bescheid wissen, umso weniger Opfer gibt es.