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Premiload.com verschickt fragwürdige Rechnungen

Seit einigen Tagen werden Rechnungen für angebliche Verträge über die Seite premiload.com verschickt. Dumm nur: Die Rechnungsempfänger bestreiten, die Seite jemals besucht zu haben. Und auch sonst wirft das Angebot premiload.com viele Fragen auf, die an der Seriosität des Dienstes zweifeln lassen.

Rechung: Offene Forderung“ lautet der Betreff der Mails, die in den vergangenen Tagen offenbar massenhaft an deutsche Internetnutzer verschickt wurden. Darin bedankt sich eine Firma namens „GoldData Inc.“ für das Interesse an Premiload und stellt fest, dass „seit Ihrer Anmeldung nun bereits drei Wochen verstrichen (sind), ohne dass Sie von Ihrem Widerrufsrecht, erfolgreich Gebrauch gemacht haben.“ Daher wolle man nun für „Bereitstellung und Erbringung unserer Dienstleistung, den vereinbarten Betrag“ in Rechnung stellen: 39,99 Euro.

Quasi in gleichem Atemzug folgen der Rechnung erste Drohungen: „Verbuchen wir die Zahlung nicht innerhalb der gesetzlichen Frist, übergeben wir Ihre Daten an unser Partner Inkasso Büro„, heißt es laut Betroffenen in den Schreiben. Und weiter: Dies könne „zu einem negativen Schufa Eintrag und hohen Mahn- oder Gerichtskosten“ führen.

Knapp 40 Euro wollen die Betreiber von premiload.com bei ihren potenziellen Opfern kassieren. Doch in ihrer Geldgier sind den mutmaßlichen Nachwuchs-Abzockern nicht nur Schreib- und Kommafehler unterlaufen.

Das beginnt schon bei den ausländischen Tarnadressen, hinter denen sich die Betreiber von premiload.com verstecken. Im Impressum der Seite wird so eine Postfachadresse im japanischen Yokohama genannt. Hier nennt man sich „Online Risk Ltd.“:

In den AGB wiederum ist die ehrenwerte Firma plötzlich in Hong Kong angesiedelt und heißt „GoldenData Inc.“:

Und als Gerichtsstand in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen wird unter § 9 „Klarenthal“ vereinbart:

Es gelte das Recht der Bundesrepublik Deutschland heißt es in den AGB weiter – angesichts erfundener Adressen in zwei Ländern Asiens geradezu ein Akt der Ironie.

Merkwürdige Parallelen zu webloads.de

Dass die AGB der Seite premiload.com quasi wortgleich mit denen der ebenfalls fragwürdigen Seite webloads.de sind, ist dabei sicher nur Zufall. Nur zwei Beispiele: Auf der Seite premiload.com heißt es in § 2:

1. Premiload.com stellt dem Kunden gegen eine einmalige Gebühr, den Zugriff auf den internen Mitgliederbereich und damit Zugriff auf die nötigen Informationen und Software ( in diesem Fall per CD Lieferung ) . Dies bedeutet, dass das die Informationen und Seiten welche Geboten werden, einen unbegrenzten zeitlichen Zugriff auf den Memberbereich hat

Auf der Seite webloads.de hieß es im Winter und Frühjahr 2008:

1. Webloads.de stellt dem Kunden gegen eine einmalige Gebühr, den Zugriff auf den internen Mitgliederbereich und damit Zugriff auf die nötigen Informationen und Software um das Usenet zu nutzen. Dies bedeutet, dass das die Informationen und Software welche Geboten werden, einen ungerenzten zeitlichen Zugriff auf das Usenet geben. Infos zu neueren Servern oder eventuelle Programm-Updates stehen dem User per Newsletter zur Verfügung. Jedoch lediglich, auf den Zeitraum des aktiven Zustands von Webloads.de.

Auf der Seite premiloads.de heißt es in § 8:

§ 8 Datenschutz

1. Wir verwenden die mitgeteilten Daten nur zur Vergabe Ihrer Zugangsdaten. Eine Weitergabe Ihrer Daten an sonstige Dritte erfolgt nicht. Ihre Daten werden lediglich bis zum Zahlungseingang in unserer Datenbank abgelegt. Beachten Sie hier zu auch unsere Privacy Policy.

Auf Webloads.de hieß es in § 8:

1. Wir verwenden die mitgeteilten Daten nur zur Vergabe Ihrer Zugangsdaten. Eine Weitergabe Ihrer Daten an sonstige Dritte erfolgt nicht. Ihre Daten werden lediglich bis zum Zahlungseingang in unserer Datenbank abgelegt. Beachten Sie hier zu auch unsere Privacy Policy.

Wie gesagt, sicher nur reiner Zufall -was bestimmt auch für die identischen Schreib-,Tipp-, Grammatik- und Kommafehler gilt.

Doch auch sonst lässt das großartige Download-Angebot nur staunen. So wird in den Rechnungs-Mails davon gesprochen, man habe sich bereits „vor drei Wochen“ auf der Seite angemeldet. Tatsächlich scheint die Seite premiload.com aber erst seit einigen Tagen registiert zu sein. Wenn das der Fall ist, würde sich die Frage erübrigen, warum die meisten Rechnungsempfänger beim Erhalt der Mails aus allen Wolken fielen – und betonten, sich niemals auf der Seite angemeldet zu haben.

Briefverkehr ist Zeitverschwendung

Ein höchst fragwürdiges Angebot, eine Briefkastenfirma, die selbst nicht weiß, wie sie heißt und wo sie ihren Sitz hat, Rechnungsempfänger, die sich keines Vertragsschlusses bewusst sind: Allein schon diese Fakten lassen nur einen Schluss zu. Wer Rechnungen für angebliche Dienste über die Seite premiload.com erhält, darf diese getrost im elektronischen Briefkasten entsorgen. Briefwechsel oder gar Geldüberweisungen an die dubiose Phantomfirma sind nichts anderes ist Zeit- und Geldverschwendung.