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Nacktbild-Abzocke: Razzia bei mutmaßlichem Täter (25)

Gut zehn Wochen nach der großangelegten Abzocke mit angeblich im Internet veröffentlichten Nacktbildern haben Ermittler Wohnung und Büro eines mutmaßlichen Täters durchsucht. Der 25-Jährige aus Hessen war den Fahndern bereits einschlägig bekannt.

Ende April und Anfang Mai hatten viele tausend Menschen in Deutschland üble Mails bekommen. „Ihr Nacktbild wurde im Internet veröffentlicht“, hieß es darin. Klickte der erschrockene, zumindest aber verwunderte Empfänger auf den Link in der E-Mail, um zu kontrollieren, was sich hinter der Nachricht verbirgt, wurde er registriert und erhielt Zugangsdaten. Damit saß das Opfer in der Falle. Denn wer sich – weiter auf der Suche nach den angeblich von ihm veröffentlichten Fotos – einloggte, erhielt wenig später die Rechnung einer Happy Passion GmbH über knapp 100 Euro. Schließlich habe er ja mit dem Klick einen Abonnementsvertrag geschlossen (Computerbetrug.de berichtete über den Fall.)

Viele Betroffene fielen offensichtlich auf den Schmu herein. Sie ließen sich einschüchtern und bezahlten. „Insgesamt sollen es 16 000 Opfer sein, deren Zahlungen sich auf rund 1,6  Millionen Euro summieren“, berichtet jetzt die Fuldaer Zeitung.

Hinter der Masche und der Happy Passion GmbH steckt dem Bericht zufolge ein 25-jähriger Jurastudent aus dem hessischen Fulda. Ermittler kamen dem Mann durch eine Anzeige aus seinem Umfeld auf die Spur. Vor kurzem nun wurden wohnungen und Büroräume des mutmaßlichen Betrügers durchsucht. „Dabei wurde jede Menge an Unterlagen sichergestellt, außerdem Laptops, etliche Handys und Festplatten“, so der Göttinger Oberstaatsanwalt Hans-Hugo Heimgärtner dem Bericht zufolge. Auch zwei mutmaßlichen Komplizen des 25-Jährigen sind die Fahnder auf der Spur, ebenso Verbindungen der mutmaßlichen Betrüger in die Schweiz. Das kleine Land ist seit einigen Jahren eine Hochburg für Internetbetrüger, die in Deutschland abzocken wollen. Ebenso im Visier der Ermitler ist den Berichten zufolge ein Inkassobüro in Werl, dass die Opfer der mutmaßlichen Täter unter Druck gesetzt haben soll.

Der Student ist dabei nicht einmal ein unbeschriebenes Blatt. Denn auch an der massenhaften Abzocke mit der Seite fabrikverkauf.com im Herbst 2007 soll der 25-Jährige beteilgt gewesen sein. Über eine Anklage wegen gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs soll in den kommenden Monaten entschieden werden.