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Spam aus Russland: Valentin und Elena betteln wieder

Man kann die Uhr nach ihm stellen: Immer in der Adventszeit verschickt ein Valentin aus Russland Bettelbriefe per Mail, in denen er um Geld- und Sachspenden bittet. Seit 1998 geht das so, doch jetzt hat Valentin offensichtlich eine Kollegin bekommen: Elena.

Mal heißt der Betreff „Request from Russia“, mal „Merry Christmas“, mal sogar auf Deutsch „Den Brief aus Russland“. Nur der Inhalt ist seit 1998 immer gleich: In der Mail meldet sich ein „Valentin“, der mit seiner armen, kranken Mutter in Kaluga, einem kleinen Dorf südlich von Moskau, lebe und dringend auf Sachspenden angewiesen sei. Und in mitleidserregenden Ton geht es auf Englisch weiter. Sie hätten keinen Strom (oder er ist zu teurer), sie frierten, Hunger hätten sie auch. Schreibt Valentin, der letztlich darum bittet, ihm etwas zukommen zu lassen – vom Kühlschrank bis hin zu Schlafsäcken.

Auch in diesem Jahr geht Valentin natürlich wieder auf Opferjagd:

From: Valentin <>
To:
Sent: Monday, November 19, 2007 2:00 PM
Subject: AW: [2]:

Hello,

My name is Valentin. I have 25 years and I live with my mother in small Russian town. My mother cannot see since many years and she receive a little indemnity which not enough even for medicaments.

I work very hard to buy necessities, food and medicaments for my mother and me, but my salary is very small.

During last months prices for gas and electricity became very high and we cannot use it to heat our home anymore. We have winter, many snow and temperature is very cold here already. The radio say it will be up to minus 30 degrees in the near weeks. We do not know what to do and we very afraid.

The only way for us to heat our home is to use a portable wood burning stove which gives heat with burning wood. We have a lot of wood in our region, therefore this stove will heat our home all winter with minimal charges. But we cannot buy this stove in our market because it very expensive for us.

Thanks to free internet in our library and library computer I finded
several addreses and decided to appeal to you for help. If you have
any old sleeping bag, warm blanket, warm socks, vitamines, medicamentes against cold flu, products of gygiene, I would be very grateful to you if you could donate it for us and send to our post address:

Valentin Mihaylin,
Ulica Truda 24-8
Kaluga 248000
Russia.

The Christmas is coming and I would be very grateful to you if you could send some sweets for my mother. I will give them to my mother in the Christmas night and it will make my mother very happy.

I send you best wishes and I hope to hear from you.

Valentin and my mother Elena

Quelle: Hoax-Info/Antispam

Was in Wirklichkeit hinter den Bettel-Mails steckt, ist nicht ganz geklärt. Russische Medien berichteten schon vor Jahren, dass Valentin und seine Familie schon mehrfach wegen Betrugs vor Gericht standen. „Vermutlich treibt dieser Valentin einen schwunghaften Handel mit den gespendeten Dingen und lässt es sich für den Rest des Jahres gut gehen“, mutmaßt auch Frank Ziemann auf Hoax-Info. In anderen Meldungen heißt es wiederum, die Bitte um Sachspenden sei nur ein Vorwand. Wer mit Valentin Kontakt aufnehme, werde dann doch nur um Geld gebeten.

Genügend Menschen, die auf die Masche hereinfallen und spenden, scheint es jedenfalls zu geben. So hat der betrügerische Valentin nun sogar eine Trittbrettfahrerin bekommen. Sie nennt sich nach Erkenntnissen von antispam.de „Elena“, gibt sich als alleinerziehende Mutter einer sechsjährigen Tochter aus – und bittet in ihren Mails um Spenden.

Wer wirklich etwas Gutes tun will, sollte sein Geld lieber anerkannten Organisationen spenden – und nicht russischen Abzockern mit Namen wie Valentin oder Elena zu Wohlstand verhelfen.