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Internet-by-call: Comundo will fast 62 Euro pro Stunde

Nutzer von Modems und ISDN aufgepasst: Der Anbieter Comundo hat ein höchst einträgliches Geschäftsmodell entwickelt. Er übernimmt vormals kostengünstige Tarife und erhöht dann massiv die Preise. Aktueller Stand: Fast 62 Euro pro Stunde.

Unter der Marke 666net hat der Bielefelder Anbieter Commundo vor einigen Wochen rund 200 Internet-by-call-Tarife übenommen und dann systematisch neue Preise festgesetzt. Vom 17. November an waren 24,99 Cent pro Minute fällig, am 6. Dezember wurde der Preis auf 49,99 Cent pro Minute erhöht. Am Mittwoch dieser Woche nun wurden die Einwahlpreise nochmals knapp verdoppelt – auf sage und schreibe 99,99 Cent pro Minute. Zusätzlich werden 1,99 Euro pro Einwahl fällig. Genau 61,98 Euro kostet also eine einstündige Surfsitzung per ISDN oder Modem. Zum Vergleich: Dafür kann man bei anderen Anbietern zwei Monate lang unbegrenzt surfen.

Die Abrechnung der Comundo-Tarife erfolgt über die Telekom-Rechnung. Viele Internet-Surfer dürften sich also in den kommenden Wochen mit überraschend hohen Forderungen konfrontiert sehen – zumal, wenn sie über schon bestehende Nummern surften und sich in einem scheinbar günstigen Preisgefüge wähnten. Neu ist das nicht unbedingt: Auch Lycos-Kunden sahen sich vor wenigen Monaten mit überhöhten Forderungen von Comundo konfrontiert. Damals zog Comundo angesichts des öffentlichen Drucks allerdings zurück.

Der Bundesnetzagentur sind bei dieser Mache nach einem Bericht von heise.de die Hände gebunden. Betroffenen Internetnutzern allerdings nicht. Juristen raten auf ihren Internetseiten bereits, sich als Betroffene gegen die überhöhten Gebühren zur Wehr zu setzen. „Ein wirksamer Vertrag über diese Minutenpreise dürfte mit Sicherheit nicht zustandekommen, da Comundo-Kunden von dieser einseitigen Tariferhöhung wohl erst bei einem Blick auf ihre Telefonrechnung Kenntnis erlangen„, stellt etwa Rechtsanwalt Boris Arendt im Blog telefonundrecht.de fest.