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Alle Jahre wieder: Teure 0190-Dienste hinter „Straßenverkehramt“ und „Bahnhof

„Trau, schau, wem“ im Telefonbuch: Wenn in diesen Tagen die Nachschlagewerke in ihrer aktuellen Version für 2003/2004 erscheinen, sind auch alte Bekannte wieder mit dabei: Hinter Stichworten wie „Straßenverkehrsamt“ und „Bahnhof Auskunft“ stecken nicht etwa offizielle Ämter oder die Deutsche Bahn AG, sondern teure 0190-Dienste.

Das Problem ist altbekannt, doch offenbar nicht einzudämmen. Seit gut drei Jahren setzen gewerbliche Trittbrettfahrer in Telefonbüchern auf bekannte und gefragte Institutionen, um ihre Dienste anzubieten. Sie erscheinen unter Begriffen wie „BAHNHOF AUSKUNFT ZENTRALE sowie Informationen rund um den Bahnhof in Ihrer Stadt“ oder auch „Straßenverkehrsamt, Kfz-Zulassung, AB/AN/Ummeldung, Kfz-Führerscheinst.“, verbunden mit einer örtlichen Telefonnummer. Doch wer dort in gutem Glauben anruft, hört lediglich eine Bandansage – und die freundliche Stimme vom Band verweist auf eine teure 0190-Nummer. Im Callcenter, in dem man damit landet, erhält man Informationen, über deren Qualität sich zumindest trefflich streiten lässt. Der Gebührenzähler allerdings rattert in dieser Zeit schnell – bei Tarifen von meist 1,86 Euro/Minute.

Die betroffenen Ämter, Behörden und Kommunen sind dieser Geschäftemacherei scheinbar hilflos ausgeliefert. Was bleibt, sind – auch jetzt mit dem Erscheinen der neuen Telefonbücher wieder – Warnungen an die Bürger. „Teure 0190er-Nummern gibt es bei uns nicht – wir sind ohne extra Gebühr für Sie da“, mahnt da der Landrat des Main-Kinzig-Kreises in der Offenbach Post. „Da rechtliche Schritte nach Meinung der Kreisverwaltung Düren und auch des Landkreistages Nordrhein-Westfalen nicht Erfolg versprechend sind, wird die Kreisverwaltung Düren versuchen, durch eine Änderung des Textes im Telefonbucheintrag eine deutlichere Abgrenzung zu privaten Anbietern zu erreichen“, meldet die Aachener Zeitung. Andere Kommunen werden in den nächsten Tagen sicher folgen – wie in Vorjahren auch.

Wir von Dialerschutz.de können nur dazu raten, auch in den aktuellen Telefonbüchern wieder höchst vorsichtig zu agieren. Spätestens dann, wenn beim Anruf bei vermeintlich offiziellen Stellen auf eine 0190 oder 0900-Nummer verweisen wird, ist Misstrauen angesagt. Die besten Informationen erhält man immer noch bei Bahn, Behörden und Kommunen selbst. Und diese werden sich hüten, Kundenservice über teure Nummern anzubieten.